Unterlagen und Taschenrechner zur Berechnung der Förderung für eine Haussanierung
Klare OrientierungBAFA fördert Einzelmaßnahmen mit Zuschuss, KfW die Heizung und die Komplettsanierung zum Effizienzhaus – beides über die BEG.

Sanierung finanzieren

KfW- und BAFA-Förderung für die Sanierung: Was dir zusteht

Die Förderung für deine Sanierung kann mehrere tausend Euro ausmachen – wenn du weißt, wo du sie beantragst. KfW und BAFA teilen sich die Aufgaben, und die Regeln ändern sich regelmäßig. Dieser Ratgeber bringt dich auf den Stand 2026 und zeigt, was für dein Haus infrage kommt.

Die Förderung Sanierung läuft in Deutschland über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG. Sie ist der zentrale Topf für alle, die ihr Haus energetisch verbessern. Zuständig sind zwei Stellen: die BAFA für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und die KfW für den Heizungstausch sowie die Komplettsanierung zum Effizienzhaus. Wer die Aufteilung kennt, findet schnell den richtigen Antrag.

So ist die Förderung der Sanierung aufgebaut

Die BEG unterscheidet drei Bereiche. Erstens die Einzelmaßnahmen an der Hülle – etwa Dämmung, Fenster oder eine Lüftungsanlage. Zweitens den Heizungstausch, also den Wechsel auf eine Wärmepumpe oder andere erneuerbare Heizung. Drittens die Sanierung zum Effizienzhaus, bei der das gesamte Gebäude auf ein festes Effizienzniveau gebracht wird. Für die ersten beiden gibt es Zuschüsse, für das Effizienzhaus vor allem zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss.

Ein roter Faden zieht sich durch alle Programme: Fast immer musst du einen zugelassenen Energie-Effizienz-Experten einbinden und den Antrag stellen, bevor du den Auftrag vergibst. Wer erst baut und dann fördert, geht leer aus.

Die Zuschüsse sind kein kleines Extra. Bei einer umfassenden Sanierung können sie über die Jahre einen fünfstelligen Betrag ausmachen. Genau deshalb lohnt es sich, die Förderung von Anfang an mitzudenken und nicht erst kurz vor Baubeginn. Wer die Programme kennt, plant seine Maßnahmen so, dass möglichst viel förderfähig ist – und verteilt größere Vorhaben bei Bedarf über mehrere Jahre, um die Höchstgrenzen besser auszunutzen.

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BAFA-Zuschuss

Für Dämmung, Fenster, Türen und Lüftung. Grundförderung 15 %, mit Sanierungsfahrplan 20 % der Kosten.

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KfW-Heizung

Für den Tausch auf eine Wärmepumpe oder andere erneuerbare Heizung – Zuschuss aus mehreren Bausteinen.

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KfW-Effizienzhaus

Zinsgünstiger Kredit plus Tilgungszuschuss, wenn das ganze Haus ein Effizienzhaus-Niveau erreicht.

BAFA: Zuschuss für Einzelmaßnahmen

Willst du nur einzelne Bauteile verbessern, ist die BAFA deine Anlaufstelle. Gefördert werden zum Beispiel die Dämmung von Dach, Wand und Keller, der Austausch von Fenstern und Außentüren sowie neue Lüftungsanlagen. Die Grundförderung liegt 2026 bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Legst du einen individuellen Sanierungsfahrplan vor und setzt eine darin genannte Maßnahme um, steigt der Satz um 5 Prozentpunkte. Das gilt erst ab 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben je Antrag im Einfamilienhaus und nur für den Betrag darüber.

MaßnahmeGrundförderungMit iSFP-Bonus
Dämmung Dach/Wand/Keller15 %20 %
Fenster & Außentüren15 %20 %
Lüftungsanlage15 %20 %
Heizungsoptimierung15 %20 %

Die maximal förderfähigen Kosten liegen bei 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr, mit gültigem Sanierungsfahrplan bei 60.000 Euro. Antrag und Details laufen über bafa.de.

Ein Rechenbeispiel macht es greifbar: Kostet deine Fassadendämmung 40.000 Euro, sind ohne Sanierungsfahrplan nur 30.000 Euro förderfähig, du bekommst 4.500 Euro. Mit Sanierungsfahrplan steigt die Obergrenze auf 60.000 Euro. Die ersten 30.000 Euro bekommen 15 Prozent, die übrigen 10.000 Euro 20 Prozent, zusammen 6.500 Euro. Der Fahrplan selbst wird zur Hälfte gefördert. Auch die technische Mindestqualität musst du einhalten: Die gedämmten Bauteile müssen bestimmte U-Werte erreichen, sonst fällt die Förderung weg. Der Energieberater stellt sicher, dass deine Maßnahme diese Vorgaben erfüllt und bestätigt das gegenüber der BAFA.

Tipp: Bündle mehrere Einzelmaßnahmen aus deinem Sanierungsfahrplan in einem Antrag. Den iSFP-Bonus gibt es erst ab 30.000 Euro je Antrag, und Beträge aus mehreren Anträgen zählt die BAFA dafür nicht zusammen.

KfW: Heizung und Effizienzhaus

Für den Heizungstausch ist seit 2024 die KfW zuständig. Der Zuschuss setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: eine Grundförderung von 30 Prozent, ein Klimageschwindigkeits-Bonus beim Austausch alter fossiler Heizungen und ein Einkommens-Bonus für selbstnutzende Haushalte mit geringerem Einkommen. In Summe sind bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich, für Haushalte mit geringem Einkommen bis zu 80 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, ab dem 1. Februar 2027 sinkt dieser Betrag halbjährlich um 750 Euro. Stand September 2026, vor Antragstellung prüfen.

BausteinHöheVoraussetzung
Grundförderung30 %Erneuerbare Heizung
Klimageschwindigkeit+16 %Funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtstromspeicherheizung oder mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzen, sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte
Einkommens-Bonus+10 bis +40 %Gestaffelt, zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 50.000 € (mit Kind bis 60.000 €)

Für die Komplettsanierung zum Effizienzhaus bietet die KfW den Kredit 261 mit Tilgungszuschuss. Je besser die erreichte Effizienzhaus-Stufe, desto höher der Zuschuss. Das lohnt sich vor allem, wenn du ohnehin umfassend sanierst. Konditionen findest du auf kfw.de.

Wichtig zu wissen: Der Heizungszuschuss und die BAFA-Förderung für die Hülle schließen sich nicht aus. Du kannst die Wärmepumpe über die KfW und die Dämmung über die BAFA fördern lassen, solange es unterschiedliche Maßnahmen sind. Verboten ist nur die Doppelförderung derselben Maßnahme aus zwei Töpfen. Wer clever kombiniert, holt so für dasselbe Haus aus beiden Programmen das Maximum heraus – ohne gegen die Regeln zu verstoßen.

Boni und Höchstgrenzen im Blick

Die einzelnen Boni lassen sich teils kombinieren, aber nicht unbegrenzt. Beim Heizungstausch ist der Gesamtzuschuss auf 70 Prozent gedeckelt, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro (mit Kind bis 40.000 Euro) auf 80 Prozent. Bei den BAFA-Einzelmaßnahmen bleibt es beim Höchstsatz von 20 Prozent inklusive iSFP-Bonus. Wichtig ist auch die zeitliche Grenze: Die Kostendeckel gelten je Wohneinheit und Kalenderjahr, weshalb sich eine Verteilung über mehrere Jahre lohnen kann.

Der Klimageschwindigkeits-Bonus ist zeitlich begrenzt und sinkt in den kommenden Jahren stufenweise ab. Wer den Heizungstausch plant, sollte den aktuellen Stand deshalb genau prüfen, denn ein früher Austausch bringt oft den höheren Satz. Einen Effizienz-Bonus für besonders sparsame Wärmepumpen führt die KfW auf ihrer Seite zum Zuschuss 458 derzeit nicht mehr auf. Für das 1. Quartal 2027 kündigt sie einen Wertschöpfungsbonus an, der sich nach dem Herstellungsort der Wärmepumpe richtet. Kläre vor dem Kauf mit dem Fachbetrieb, welche Anlage die Voraussetzungen erfüllt.

Tipp: Prüfe früh, ob der Einkommens-Bonus für dich infrage kommt. Er ist an das zu versteuernde Haushaltseinkommen gebunden und kann den Heizungszuschuss deutlich erhöhen – gerade für Familien nach dem Hauskauf.

So beantragst du richtig

Die Reihenfolge entscheidet über Erfolg oder Absage. Zuerst bindest du einen Energie-Effizienz-Experten oder, wo das erlaubt ist, den Fachbetrieb ein. Für die BAFA erstellt er die Technische Projektbeschreibung (TPB), für die KfW die Bestätigung zum Antrag (BzA). Dann schließt du mit dem Handwerker einen Vertrag, der erst mit der Förderzusage wirksam wird. Dieser Vertrag muss beim Antrag schon vorliegen. Erst danach stellst du den Antrag bei BAFA oder KfW. Nach Abschluss reichst du die Nachweise ein, und der Zuschuss wird ausgezahlt.

Halte Angebote, Vertrag, TPB und TPN beziehungsweise die Bestätigung zum Antrag der KfW sauber zusammen. Fehlende Nachweise sind der häufigste Grund für Verzögerungen. Neutral und werbefrei informiert dich auch die Verbraucherzentrale zu den aktuellen Bedingungen.

Plane für den gesamten Ablauf etwas Zeit ein. Zwischen Antrag, Zusage, Umsetzung und Auszahlung vergehen oft mehrere Monate. Die Förderung wird in der Regel erst nach Abschluss der Maßnahme und Einreichung aller Nachweise ausgezahlt, nicht als Vorschuss. Rechne deshalb damit, dass du die Rechnungen zunächst selbst begleichst und das Geld später zurückbekommst. Wer das einplant, gerät nicht in einen finanziellen Engpass mitten im Projekt.

Häufige Fragen

Kann ich BAFA- und KfW-Förderung kombinieren?
Ja, für verschiedene Maßnahmen. Die Hülle förderst du über die BAFA, den Heizungstausch über die KfW. Für dieselbe Maßnahme gibt es aber keine Doppelförderung.
Muss ich vor dem Auftrag den Antrag stellen?
Nicht ganz. Bei BAFA und KfW muss beim Antrag schon ein Vertrag mit dem Fachbetrieb vorliegen, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthält. Er wird also erst mit der Förderzusage wirksam. Mit den Arbeiten fängst du am besten erst nach dem Bescheid an, vorher trägst du das Risiko selbst. Kläre die genaue Reihenfolge vorab mit deinem Energieberater, damit du den Anspruch nicht durch einen zu frühen Start verlierst.
Brauche ich immer einen Energieberater?
Für die meisten BAFA-Einzelmaßnahmen und für das Effizienzhaus ja. Beim reinen Heizungstausch über die KfW übernimmt oft das Fachunternehmen die Bestätigung. Der Energieberater ist dabei kein Kostentreiber, sondern selbst förderfähig – ein Teil seines Honorars fließt über die Fachplanung in den Zuschuss zurück.
Wie hoch ist der maximale Zuschuss beim Heizungstausch?
Bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten für selbstnutzende Haushalte mit geringem Einkommen, sonst bis zu 70 Prozent, bezogen auf maximal 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Das ergibt einen Zuschuss von bis zu 22.400 Euro beziehungsweise 19.600 Euro. Stand September 2026, vor Antragstellung prüfen. Den Höchstsatz erreichst du nur, wenn Grundförderung, Klimageschwindigkeits- und Einkommens-Bonus zusammenkommen. Prüfe deshalb genau, welche Boni auf deine Situation zutreffen, bevor du kalkulierst.

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