Blog

  • Sanierungsfahrplan umsetzen: So arbeitest du die Maßnahmenpakete ab

    Sanierungsfahrplan

    Sanierungsfahrplan umsetzen: So arbeitest du die Maßnahmenpakete ab

    Einen Sanierungsfahrplan setzt du Paket für Paket um, in der Reihenfolge, die der Plan vorschlägt, und mit einem eigenen Förderantrag vor jedem Paket. Für den iSFP-Bonus hast du dafür 15 Jahre Zeit, musst aber in jedem Antrag eine Mindestsumme erreichen.

    Die kurze Antwort: Du setzt die Maßnahmenpakete aus dem individuellen Sanierungsfahrplan nacheinander um. Vor jedem Paket schließt du einen Vertrag mit Bedingung der Förderzusage, lässt vom Energieeffizienz-Experten eine Projektbeschreibung erstellen und stellst den Antrag. Den iSFP-Bonus gibt es für Maßnahmen, die innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung des Plans umgesetzt werden, und nur ab 30.000 Euro förderfähigen Kosten je Antrag beim Einfamilienhaus.
    15 Jahre

    Zeitraum für die Umsetzung mit iSFP-Bonus

    30.000 €

    Mindestsumme je Antrag für den Bonus beim Einfamilienhaus

    36 Monate

    Bewilligungszeitraum beim BAFA, nicht verlängerbar

    2 Dokumente

    Fahrplan und Umsetzungshilfe bekommst du vom Berater

    Wie liest du die Maßnahmenpakete richtig?

    Zum Sanierungsfahrplan gehören zwei Dokumente. Nach Angaben des Gebäudeforums der Deutschen Energie-Agentur fasst „Mein Sanierungsfahrplan“ die wichtigsten Informationen anschaulich zusammen. Die „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“ enthält weiterführende Erläuterungen zu den Paketen und Kosten.

    Für die Umsetzung ist die Umsetzungshilfe das wichtigere Dokument. Dort steht, welche Bauteile zu einem Paket gehören, welche Qualität sie erreichen sollen und welche Kosten der Berater angesetzt hat. Die Ergebnisse werden zusätzlich in Farbklassen dargestellt, damit du den Fortschritt auf einen Blick siehst.

    Die Pakete bauen aufeinander auf. Ein Paket mit Dachdämmung kommt oft vor dem Heizungstausch, weil die neue Heizung dann kleiner ausfallen kann. Warum diese Logik so oft gilt, erklärt der Beitrag Erst dämmen oder erst die Heizung tauschen. Die allgemeinen Grundregeln der Reihenfolge stehen im Ratgeber Sanierung planen.

    Wie lange hast du Zeit für die Umsetzung?

    Das BAFA-Merkblatt nennt einen Zeitraum von maximal 15 Jahren nach Erstellung des iSFP. Innerhalb dieser Zeit kann sich der Fördersatz für eine Maßnahme aus dem Plan um 5 Prozentpunkte erhöhen.

    15 Jahre klingen lang. Aber Förderbedingungen ändern sich in dieser Zeit mehrfach. Was heute gefördert wird, kann in fünf Jahren anders aussehen. Plane deshalb die großen Pakete eher früh.

    Eine zweite Frist betrifft jeden einzelnen Antrag. Nach dem Zuwendungsbescheid hast du beim BAFA 36 Monate Zeit, die Maßnahme umzusetzen und nachzuweisen. Dieser Zeitraum lässt sich laut Merkblatt nicht verlängern. Beantrage also nur, was du in dieser Zeit wirklich bauen kannst.

    Notiere dir beide Fristen in einem Kalender. Das Erstellungsdatum steht auf dem Plan. Die Frist aus dem Bescheid steht im Zuwendungsbescheid. Wer mehrere Pakete parallel laufen hat, verliert sonst schnell den Überblick.

    Warum solltest du Pakete bündeln?

    Der iSFP-Bonus greift erst ab einer Mindestinvestition. Beim Einfamilienhaus sind das 30.000 Euro förderfähige Kosten in einem Antrag. Bei mehreren Wohneinheiten steigt die Schwelle, beim Zweifamilienhaus auf 45.000 Euro.

    Der Bonus gilt nur für den Betrag über der Schwelle. Mehrere Anträge aus demselben Kalenderjahr werden nicht addiert. Wer die Fenster für 15.000 Euro und später die Fassade für 25.000 Euro getrennt beantragt, bekommt keinen Bonus. Gemeinsam in einem Antrag wären es 40.000 Euro, und 10.000 Euro davon bekämen den Bonus.

    VorgehenFörderfähige KostenGrundförderung 15 %iSFP-Bonus 5 %Zuschuss
    Fenster allein15.000 Euro2.250 Euro0 Euro2.250 Euro
    Fassade allein25.000 Euro3.750 Euro0 Euro3.750 Euro
    Summe getrennt40.000 Euro6.000 Euro0 Euro6.000 Euro
    Fenster und Fassade gemeinsam40.000 Euro6.000 Euro500 Euro6.500 Euro

    Der Unterschied wirkt klein. Bei größeren Paketen wächst er, weil sich mit dem Bonus auch die Höchstgrenze auf 60.000 Euro verdoppelt. Fachlich passt die Bündelung ohnehin: Fenster und Fassade in einem Zug vermeiden Probleme an den Anschlüssen. Details zu Bonus und Schwelle erklärt der Beitrag zum iSFP-Bonus von 5 Prozent.

    Wie läuft die Umsetzung eines Pakets ab?

    Jedes Paket folgt demselben Ablauf. Die Reihenfolge ist wichtig, weil ein falscher Schritt die Förderung kosten kann.

    1. Angebote einholen für die Maßnahmen des Pakets.
    2. Vertrag schließen mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der Förderzusage und dem voraussichtlichen Umsetzungsdatum.
    3. Projektbeschreibung durch den Energieeffizienz-Experten. Er bestätigt dabei auch, dass ein iSFP vorliegt.
    4. Antrag stellen beim BAFA oder bei der KfW, je nach Maßnahme.
    5. Umsetzen nach der Zusage, idealerweise mit Baubegleitung.
    6. Nachweis einreichen nach Fertigstellung und Bezahlung aller Rechnungen.

    Die ID der Projektbeschreibung ist laut BAFA zwei Monate gültig. Stelle den Antrag also zügig. Was die Begleitung auf der Baustelle bringt, zeigt der Beitrag zur Baubegleitung durch den Energieeffizienz-Experten. Welche Stelle zuständig ist, klärt der Ratgeber KfW oder BAFA.

    Darfst du vom Sanierungsfahrplan abweichen?

    Ja, der Plan ist eine Empfehlung und kein Vertrag. Du kannst die Reihenfolge ändern oder ein Paket weglassen. Für die Förderung zählt aber, dass die beantragte Maßnahme Bestandteil des Plans ist. Nur dann gibt es den iSFP-Bonus.

    Weichst du stark ab, etwa mit einer ganz anderen Heizung, sprich vorher mit dem Energieeffizienz-Experten. Er kann einschätzen, ob die Maßnahme noch vom Plan gedeckt ist. Für den Heizungstausch über die KfW gibt es den iSFP-Bonus ohnehin nicht.

    Ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2027 plant das BAFA einen weiteren Bonus für besonders ineffiziente Gebäude. Er soll für Dämmmaßnahmen gelten, die Teil eines geförderten iSFP sind, ohne Mindestinvestition und für höchstens drei Anträge. Das ist ein weiterer Grund, den Plan aktuell zu halten. Prüfe die Details vor dem Antrag beim BAFA.

    Wie sieht ein Umsetzungsplan in der Praxis aus?

    Viele Eigentümer übertragen die Pakete in einen einfachen Jahresplan. Er verbindet die Empfehlungen des Plans mit Budget, Förderung und Lebensplanung. Ein Beispiel mit fünf Paketen findest du im Beitrag Sanierungsfahrplan Beispiel.

    Plane Puffer ein. Handwerker sind nicht immer sofort verfügbar, und Förderbescheide brauchen Zeit. Typische Planungsfehler beschreibt der Beitrag zu den Fehlern bei der Sanierungsplanung. Wenn du den Plan noch nicht hast, erklärt der Ratgeber Sanierungsfahrplan erstellen den Weg dorthin.

    Muss ich alle Pakete aus dem Sanierungsfahrplan umsetzen?

    Nein. Der Plan ist eine Empfehlung. Du entscheidest, welche Pakete du wann umsetzt. Den iSFP-Bonus gibt es nur für Maßnahmen, die im Plan enthalten sind.

    Wie lange gilt der Sanierungsfahrplan für die Förderung?

    Laut BAFA-Merkblatt kann der iSFP-Bonus für Maßnahmen gewährt werden, die innerhalb von maximal 15 Jahren nach Erstellung des Plans umgesetzt werden. Die übrigen Bedingungen gelten zusätzlich.

    Kann ich die Reihenfolge der Pakete ändern?

    Ja. Fachlich solltest du das mit einem Energieeffizienz-Experten absprechen, weil Pakete oft aufeinander aufbauen. Förderrechtlich zählt, dass die Maßnahme Teil des Plans ist.

    Brauche ich für jedes Paket einen neuen Antrag?

    Ja. Jedes Paket wird einzeln beantragt, mit eigener Projektbeschreibung und eigenem Vertrag mit Bedingung. Bündelst du Maßnahmen in einem Antrag, erreichst du leichter die Schwelle für den Bonus.

    Gibt es den iSFP-Bonus auch für die neue Heizung?

    Nein. Der Tausch des Wärmeerzeugers läuft über die KfW und ist vom iSFP-Bonus ausgenommen. Der Bonus gilt für Einzelmaßnahmen beim BAFA, etwa Dämmung und Fenster.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Förderbedingungen nach BAFA-Merkblatt zur BEG EM (Juli 2026) · Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist die gültige Richtlinie.

  • Sanierungsfahrplan beim Hauskauf: Vorhandenen iSFP übernehmen oder neu erstellen?

    Sanierungsfahrplan

    Sanierungsfahrplan beim Hauskauf: Vorhandenen iSFP übernehmen oder neu erstellen?

    Hat der Verkäufer bereits einen geförderten Sanierungsfahrplan, solltest du ihn beim Hauskauf unbedingt übernehmen. Er kann dir den iSFP-Bonus sichern, solange er nicht älter als 15 Jahre ist, und er zeigt dir schon vor dem Kauf, welche Sanierung ansteht.

    Die kurze Antwort: Ein individueller Sanierungsfahrplan beschreibt das Gebäude, nicht die Person. Nach übereinstimmender Auskunft von Energieberatern kannst du einen vorhandenen, geförderten Plan als neuer Eigentümer weiter nutzen. Für den iSFP-Bonus zählt, dass die Maßnahme innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung umgesetzt wird. Fehlt ein Plan oder ist er veraltet, lässt du nach dem Kauf einen neuen erstellen und bekommst 50 Prozent des Honorars erstattet, beim Einfamilienhaus höchstens 650 Euro.
    15 Jahre

    ab Erstellung kann der Plan für den Bonus genutzt werden

    650 €

    höchster Zuschuss für einen neuen Plan beim Ein- oder Zweifamilienhaus

    2 Dokumente

    gehören zum Plan und sollten bei der Übergabe dabei sein

    2 Wochen

    dauert laut BAFA derzeit die Bearbeitung eines Beratungsantrags

    Was ist ein vorhandener Sanierungsfahrplan beim Kauf wert?

    Ein Sanierungsfahrplan beschreibt den energetischen Zustand eines Hauses und die sinnvollen Schritte zur Sanierung. Er nennt Maßnahmenpakete, eine Reihenfolge und geschätzte Kosten. Für dich als Käufer ist das eine fertige Grundlage für dein Budget.

    Dazu kommt ein finanzieller Wert. Setzt du eine Maßnahme aus einem geförderten Plan um, kann das BAFA den Fördersatz um 5 Prozentpunkte erhöhen. Vor allem verdoppelt sich die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten, beim Einfamilienhaus von 30.000 auf 60.000 Euro. Ab voraussichtlich 2027 plant das BAFA außerdem einen Bonus für Dämmmaßnahmen an besonders ineffizienten Gebäuden, der ebenfalls einen geförderten Plan voraussetzt.

    Wie der Bonus genau funktioniert, erklärt der Beitrag zum iSFP-Bonus von 5 Prozent. Wie so ein Plan aufgebaut ist, steht im Ratgeber Sanierungsfahrplan erstellen.

    Kannst du den iSFP des Verkäufers übernehmen?

    Ja, nach übereinstimmender Auskunft mehrerer Energieberater geht der Plan mit dem Gebäude auf den neuen Eigentümer über. Die Förderbedingungen des BAFA knüpfen an die Maßnahme und den Zeitpunkt der Erstellung an. Laut BAFA-Merkblatt muss die Maßnahme Bestandteil eines geförderten iSFP sein und innerhalb von maximal 15 Jahren nach seiner Erstellung umgesetzt werden.

    Beim Förderantrag bestätigt der Energieeffizienz-Experte, dass ein iSFP vorliegt. Lass dir deshalb vor der ersten Maßnahme von ihm bestätigen, dass er den übernommenen Plan anerkennt. Das kostet einen kurzen Termin und schützt vor einer bösen Überraschung beim Bescheid.

    Wichtig: Nur ein Plan, der über die Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude gefördert und mit der vorgeschriebenen Software erstellt wurde, zählt für den Bonus. Ein privat bezahltes Gutachten oder ein Energieausweis reicht nicht.

    Welche Unterlagen zum iSFP brauchst du vom Verkäufer?

    Fordere die Unterlagen schriftlich an, am besten schon vor dem Notartermin. Nach der Übergabe ist der Verkäufer oft schwer erreichbar.

    UnterlageWarum du sie brauchst
    „Mein Sanierungsfahrplan“Übersicht über Zustand, Pakete und Reihenfolge
    „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“Erläuterungen zu Paketen und Kosten
    Erstellungsdatum des PlansStart der 15-Jahres-Frist für den Bonus
    Name und Kontakt des EnergieberatersRückfragen und mögliche Fortschreibung
    Nachweis der Förderung durch das BAFABeleg, dass der Plan für den Bonus zählt
    Rechnungen bereits umgesetzter PaketeAbgleich mit dem Plan, Vermeidung von Doppelplanung

    Die beiden Dokumentnamen stammen vom Gebäudeforum der Deutschen Energie-Agentur, das den iSFP beschreibt. Welche weiteren Papiere für eine Beratung nützlich sind, zeigt die Checkliste der Unterlagen für die Energieberatung.

    Wie hilft der Plan bei der Kaufentscheidung?

    Ein vorhandener Plan ist die beste Kostenschätzung, die du vor dem Kauf bekommen kannst. Addiere die Pakete der nächsten fünf bis zehn Jahre und prüfe, ob sie in dein Budget passen. Wie du Kaufpreis und Sanierung zusammenrechnest, zeigt der Beitrag Kaufpreis plus Sanierung.

    Achte auf das Alter der Kostenschätzung. Baupreise ändern sich, und ein Plan von vor einigen Jahren kann zu niedrig liegen. Rechne einen Aufschlag ein oder frag einen Energieberater nach einer aktuellen Einschätzung. Auch die Förderbedingungen im Plan können veraltet sein, weil sich die Bundesförderung im Juli 2026 erneut geändert hat. Übernimm Förderbeträge aus einem älteren Plan deshalb nie ungeprüft in deine Rechnung.

    Prüfe außerdem, ob schon Pakete umgesetzt wurden. Hat der Verkäufer etwa die Fenster bereits getauscht, fällt dieser Posten weg. Das kann ein Argument für einen höheren Preis sein, aber auch zeigen, dass die teuren Pakete noch fehlen. Gibt es keinen Plan, hilft eine Kurzbegehung, wie sie der Ratgeber zur Energieberatung vor dem Hauskauf beschreibt.

    Wann lässt du besser einen neuen Plan erstellen?

    Ein neuer Plan lohnt sich, wenn der alte kurz vor Ablauf der 15 Jahre steht, wenn große Umbauten geplant sind oder wenn der alte Plan deine Ziele nicht abbildet. Das gilt etwa, wenn du einen Dachausbau planst, den der Verkäufer nie vorhatte.

    Die Förderung für einen neuen Plan beantragst du als Eigentümer beim BAFA. Den Antrag stellst du, bevor du den Vertrag mit dem Berater schließt, oder du vereinbarst eine Bedingung der Förderzusage. Kläre vorab mit dem BAFA oder deinem Berater, ab welchem Zeitpunkt du nach dem Kauf antragsberechtigt bist. Das Beratungshonorar wird zu 50 Prozent bezuschusst, beim Ein- oder Zweifamilienhaus mit höchstens 650 Euro.

    Plane den Vorlauf ein. Laut BAFA dauert die Bearbeitung eines Antrags derzeit etwa zwei Wochen. Danach folgen Termin, Berechnung und Bericht. Wer im ersten Jahr nach dem Kauf sanieren will, sollte die Beratung direkt nach der Übergabe beauftragen.

    Wie geht es nach der Übernahme weiter?

    Lege den Plan zu deinen Hausunterlagen und markiere das Erstellungsdatum. Prüfe dann, welche gesetzlichen Pflichten nach dem Eigentümerwechsel greifen. Einen Überblick gibt der Beitrag zu den Nachrüstpflichten nach dem Hauskauf. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheidet die zuständige Behörde.

    Danach arbeitest du die Pakete ab. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt der Ratgeber Sanierungsfahrplan umsetzen. Ein durchgerechnetes Modellhaus findest du im Sanierungsfahrplan Beispiel.

    Gilt der Sanierungsfahrplan des Verkäufers auch für mich?

    Nach übereinstimmender Auskunft von Energieberatern ja, weil er das Gebäude beschreibt. Lass dir vor dem ersten Antrag vom Energieeffizienz-Experten bestätigen, dass er den Plan anerkennt.

    Wie lange kann ich den übernommenen Plan nutzen?

    Für den iSFP-Bonus bis zu 15 Jahre nach seiner Erstellung. Entscheidend ist das Datum auf dem Plan, nicht das Datum deines Kaufs. Frag deshalb gezielt danach.

    Muss der Verkäufer mir den Sanierungsfahrplan geben?

    Eine ausdrückliche Pflicht wie beim Energieausweis gibt es dafür nicht. Du kannst die Übergabe aber im Kaufvertrag vereinbaren. Frag früh, solange du noch verhandelst.

    Kann ich einen neuen Plan schon vor dem Kauf fördern lassen?

    In der Regel nicht. Antragsberechtigt sind Eigentümer und bestimmte Nutzer mit Erlaubnis des Eigentümers. Vor dem Kauf zahlst du eine Beratung selbst oder nutzt einen vorhandenen Plan.

    Was, wenn schon Pakete umgesetzt wurden?

    Dann fallen diese Posten weg. Für die restlichen Pakete gilt der Plan weiter. Lass dir die Rechnungen geben, damit dein Energieberater den aktuellen Stand sauber bewerten kann.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Förderbedingungen nach BAFA, Stand September 2026 · Übergang des Plans nach Auskunft von Energieberatern, vor dem Antrag bestätigen lassen · Angaben ohne Gewähr.

  • Sanierungsfahrplan Beispiel: Ein Einfamilienhaus von 1968 in fünf Schritten

    Sanierungsfahrplan

    Sanierungsfahrplan Beispiel: Ein Einfamilienhaus von 1968 in fünf Schritten

    Ein Sanierungsfahrplan für ein Einfamilienhaus von 1968 umfasst typischerweise fünf Pakete: Kellerdecke, Dach, Fenster mit Fassade, Heizung und Lüftung. Dieses Beispiel rechnet sie mit Kostenspannen und der Förderung nach heutigem Stand durch.

    Die kurze Antwort: In unserem Modellhaus kosten die fünf Pakete zusammen rund 146.000 Euro, verteilt auf fünf Jahre. Nach den Förderbedingungen vom September 2026 kämen davon gut 31.000 Euro als Zuschuss zurück. Den größten Anteil liefern Fenster mit Fassade und die Wärmepumpe. Das Beispiel ist eine Modellrechnung und ersetzt keinen echten Sanierungsfahrplan für dein Haus.
    5 Pakete

    in fünf Jahren, von der Kellerdecke bis zur Lüftung

    146.000 €

    angesetzte Gesamtkosten im Modellhaus

    31.180 €

    Zuschüsse nach heutigem Stand

    140 m²

    Wohnfläche des Beispielhauses

    Wie sieht das Beispielhaus aus?

    Das Modellhaus ist ein freistehendes Einfamilienhaus, Baujahr 1968, mit 140 Quadratmetern Wohnfläche. Es hat ein ausgebautes Satteldach, einen unbeheizten Keller und rund 170 Quadratmeter Außenwand.

    Die Fenster sind zweifach verglast und stammen aus den Neunzigerjahren. Das Dach hat nur eine dünne Dämmung zwischen den Sparren. Geheizt wird mit einem Ölkessel von 1998, der noch zuverlässig läuft. Dieser Zustand ist typisch für Häuser dieser Zeit. Welche Mängel Häuser aus den Sechzigern sonst mitbringen, beschreibt der Beitrag zum Haus mit Baujahr 1960.

    Alle Zahlen hier sind Annahmen. Ein echter Fahrplan beruht auf einer Begehung, Messungen und einer Berechnung mit zugelassener Software. Wie so ein Plan entsteht, erklärt der Ratgeber Sanierungsfahrplan erstellen.

    Welche fünf Pakete schlägt der Fahrplan vor?

    Die Reihenfolge folgt der Grundregel: erst den Wärmebedarf senken, dann die Heizung passend auslegen. Die Kosten sind Spannen, Stand 2026. Für die Förderung haben wir jeweils einen mittleren Wert angesetzt.

    PaketMaßnahmeKostenspanneangesetztZuschuss
    1 (Jahr 1)Kellerdecke dämmen, 70 m²3.000 bis 5.000 Euro4.000 Euro600 Euro
    2 (Jahr 2)Dach von außen dämmen, 150 m²33.000 bis 48.000 Euro40.000 Euro6.500 Euro
    3 (Jahr 3)Fenster, Haustür und Fassade mit WDVS42.000 bis 70.000 Euro56.000 Euro9.700 Euro
    4 (Jahr 4)Luft-Wasser-Wärmepumpe30.000 bis 42.000 Euro36.000 Euro12.880 Euro
    5 (Jahr 5)Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung8.000 bis 15.000 Euro10.000 Euro1.500 Euro
    Summe146.000 Euro31.180 Euro

    Für die Fassade gehen wir von 120 bis 220 Euro pro Quadratmeter für ein Wärmedämmverbundsystem aus, wie im Beitrag zur Fassadendämmung pro Quadratmeter beschrieben.

    Wie rechnet sich die Förderung je Paket?

    Paket 1: 15 Prozent auf 4.000 Euro ergeben 600 Euro. Einen iSFP-Bonus gibt es nicht, weil die Schwelle von 30.000 Euro je Antrag nicht erreicht wird.

    Paket 2: 15 Prozent auf 40.000 Euro sind 6.000 Euro. Auf die 10.000 Euro über der Schwelle kommen 5 Prozent iSFP-Bonus, also 500 Euro.

    Paket 3: 15 Prozent auf 56.000 Euro sind 8.400 Euro. Der Bonus auf 26.000 Euro bringt 1.300 Euro. Ohne Fahrplan wären nur 30.000 Euro förderfähig gewesen. Mit Fahrplan liegt die Grenze bei 60.000 Euro.

    Dach und Fassade liegen bewusst in verschiedenen Jahren. Die Höchstgrenze beim BAFA gilt nach Darstellung mehrerer Fachportale je Kalenderjahr. Lägen beide Pakete im selben Jahr, würden sie sich die 60.000 Euro teilen. Lass dir diese Regel vor dem Antrag vom Energieeffizienz-Experten bestätigen.

    Paket 4: Die Wärmepumpe läuft über die KfW. Förderfähig sind derzeit höchstens 28.000 Euro. Mit 30 Prozent Grundförderung und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus ergeben sich 12.880 Euro, wenn du im Haus wohnst und die funktionstüchtige Ölheizung ersetzt.

    Paket 5: Die Lüftungsanlage zählt beim BAFA zur Anlagentechnik. 15 Prozent auf 10.000 Euro sind 1.500 Euro.

    Warum der Bonus nur auf den Teil über der Schwelle greift, erklärt der Beitrag zum iSFP-Bonus von 5 Prozent. Welche Stelle für welches Paket zuständig ist, zeigt der Ratgeber KfW oder BAFA.

    Warum die Heizung in diesem Beispiel ein Zeitproblem hat

    Fachlich gehört die Wärmepumpe nach Dach und Fassade. Dann ist der Wärmebedarf gesunken, und die Anlage kann kleiner ausfallen. Förderrechtlich spricht aber einiges für einen früheren Tausch.

    Die KfW senkt den Klimageschwindigkeitsbonus ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Für Anträge ab dem 1. August 2028 entfällt er ganz. Auch die Höchstgrenze für die erste Wohneinheit sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro. Für Wärmepumpen kündigt das BAFA ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2027 eine Grundförderung von 15 Prozent an.

    Paket 4 in Jahr vier würde nach heutigem Stand also deutlich weniger Zuschuss bringen als in der Tabelle. Die 12.880 Euro gelten nur bei einem Antrag zu den aktuellen Bedingungen. Ein Energieeffizienz-Experte kann prüfen, ob sich ein früherer Heizungstausch mit einer etwas größeren Anlage rechnet. Die Abwägung beschreibt der Beitrag Erst dämmen oder erst die Heizung tauschen.

    Wie lässt sich der Beispielplan verbessern?

    Erstens durch Bündeln. Kommt die Kellerdecke mit ins Dachpaket, steigen die förderfähigen Kosten auf 44.000 Euro. Der Bonus greift dann auf 14.000 statt auf 10.000 Euro. Das bringt 200 Euro mehr, und du sparst einen Antrag.

    Zweitens durch eine frühe Heizungsoptimierung? In diesem Fall nicht. Das BAFA fördert die Optimierung nur, wenn ein fossiler Wärmeerzeuger nicht älter als 20 Jahre ist. Der Kessel von 1998 fällt heraus.

    Drittens durch Baubegleitung. Bei Dach und Fassade lohnt sie sich besonders, weil Fehler an den Anschlüssen teuer werden. Das BAFA fördert sie mit 50 Prozent, beim Einfamilienhaus auf höchstens 5.000 Euro förderfähige Kosten. Mehr dazu im Beitrag zur Baubegleitung durch den Energieeffizienz-Experten.

    Was enthält ein echter Sanierungsfahrplan zusätzlich?

    Ein echter iSFP geht weit über diese Tabelle hinaus. Er besteht aus zwei Dokumenten: einer Übersicht und einer Umsetzungshilfe mit Erläuterungen zu jedem Paket und den Kosten. Er zeigt die Ergebnisse in Farbklassen und beschreibt für jedes Paket, welche Maßnahmen dazugehören und was sie voraussichtlich kosten.

    Nur ein Plan, der über die Bundesförderung der Energieberatung gefördert und mit der vorgeschriebenen Software erstellt wurde, zählt für den Bonus. Wie du die Pakete danach Schritt für Schritt abarbeitest, beschreibt der Ratgeber Sanierungsfahrplan umsetzen. Wie du das Budget über fünf Jahre aufstellst, zeigt der Beitrag Sanierung finanzieren.

    Sind die Zahlen im Beispiel auf mein Haus übertragbar?

    Nur grob. Kosten hängen von Region, Zustand und Ausführung ab. Das Beispiel zeigt die Logik von Reihenfolge und Förderung, ersetzt aber keine Begehung und keinen berechneten Sanierungsfahrplan.

    Warum kommt die Kellerdecke zuerst?

    Sie ist günstig, schnell gemacht und stört den Alltag kaum. Im Beispiel wäre es trotzdem klüger, sie zusammen mit dem Dach zu beantragen, weil dann der Bonus auf einen größeren Betrag greift.

    Muss ich die Pakete in fünf Jahren umsetzen?

    Nein. Für den iSFP-Bonus hast du laut BAFA bis zu 15 Jahre nach Erstellung des Plans Zeit. Förderbedingungen können sich in dieser Zeit aber deutlich ändern.

    Wie viel Förderung bringt der Sanierungsfahrplan selbst?

    Im Beispiel rund 5.700 Euro: 1.800 Euro Bonus und 3.900 Euro durch die höhere Grenze bei Paket 3. Der Plan selbst wird beim Einfamilienhaus mit höchstens 650 Euro bezuschusst.

    Was ändert sich, wenn ich nicht im Haus wohne?

    Die Grundförderung bleibt. Den Klimageschwindigkeitsbonus der KfW gibt es aber nur für eine selbst genutzte Wohnung, die zum Zeitpunkt des Antrags dein Hauptwohnsitz ist.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Modellrechnung mit angenommenen Werten · Förderung nach BEG EM und KfW-Programm 458, Stand September 2026 · Preise als Spannen · Angaben ohne Gewähr.

  • KfW oder BAFA: Wer fördert welche Sanierungsmaßnahme?

    KfW & BAFA

    KfW oder BAFA: Wer fördert welche Sanierungsmaßnahme?

    KfW oder BAFA entscheidet sich an einer einfachen Grenze: Die KfW fördert den Tausch der Heizung, das BAFA fast alles andere an der Gebäudehülle und der Haustechnik. Wer die Zuständigkeit kennt, stellt den Antrag bei der richtigen Stelle und verliert keine Zeit.

    Die kurze Antwort: Die KfW ist für die Heizungsförderung zuständig, also für Wärmepumpe, Biomasse, Solarthermie und den Anschluss an ein Wärmenetz. Das BAFA fördert Dämmung, Fenster, Türen, Lüftungsanlagen, die Heizungsoptimierung sowie Fachplanung und Baubegleitung. Die Komplettsanierung zum Effizienzhaus läuft wieder über die KfW. Für dieselbe Maßnahme darfst du nur einen Antrag stellen, verschiedene Maßnahmen am selben Haus kannst du aber bei beiden Stellen beantragen.
    15 %

    Grundförderung beim BAFA für Dämmung und Fenster

    30 %

    Grundförderung bei der KfW für die neue Heizung

    28.000 €

    förderfähige Heizungskosten beim Einfamilienhaus

    30.000 €

    förderfähige Kosten beim BAFA für die erste Wohneinheit

    Wo verläuft die Grenze zwischen KfW und BAFA?

    Beide Stellen verwalten dieselbe Bundesförderung für effiziente Gebäude. Der Bereich der Einzelmaßnahmen ist aufgeteilt. Das BAFA schreibt dazu, dass die KfW für die Heizungsförderung und das BAFA für weitere Effizienzmaßnahmen zuständig ist, zum Beispiel an der Gebäudehülle.

    Daneben gibt es die Sanierung zum Effizienzhaus. Dabei wird das ganze Gebäude auf einen bestimmten Standard gebracht. Diese Förderung läuft ausschließlich über die KfW, meist als Kredit mit Tilgungszuschuss.

    Die Faustregel lautet also: Neue Heizung oder Komplettsanierung zur KfW. Einzelne Maßnahmen an Hülle und Technik zum BAFA. Einen Überblick über alle Töpfe gibt der Ratgeber KfW- und BAFA-Förderung für die Sanierung.

    Welche Maßnahme gehört zu welcher Stelle?

    Die Tabelle ordnet die häufigsten Maßnahmen zu. Die Sätze gelten für Anträge ab dem 21. Juli 2026 nach der Förderübersicht des BAFA.

    MaßnahmeStelleGrundförderungmögliche Boni
    Dämmung von Wand, Dach, Decke, BodenBAFA15 %iSFP 5 %
    Neue Fenster und AußentürenBAFA15 %iSFP 5 %
    Lüftungsanlage und andere AnlagentechnikBAFA15 %iSFP 5 %
    Heizungsoptimierung, etwa hydraulischer AbgleichBAFA15 %iSFP 5 %
    Fachplanung und BaubegleitungBAFA50 %keine
    WärmepumpeKfWbis 30 %Klimageschwindigkeit bis 16 %, Einkommen bis 40 %
    Biomasse, Solarthermie, BrennstoffzelleKfW30 %Klimageschwindigkeit bis 16 %, Einkommen bis 40 %
    Anschluss an ein WärmenetzKfW30 %Klimageschwindigkeit bis 16 %, Einkommen bis 40 %
    Sanierung zum EffizienzhausKfWKredit mit Tilgungszuschussje nach Standard

    Die Boni der KfW gibt es nur für selbst genutzte Wohnungen. Zusammen sind laut Förderübersicht höchstens 70 Prozent möglich, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro höchstens 80 Prozent. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt laut KfW derzeit 16 Prozent. Er sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte, für Anträge ab dem 1. August 2028 entfällt er. Für Wärmepumpen kündigt das BAFA ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2027 einen Grundsatz von 15 Prozent an.

    Fenster, Dämmung, Heizung: Die häufigsten Fälle

    Neue Fenster fördert das BAFA. Du brauchst einen Energieeffizienz-Experten, der vor dem Antrag eine technische Projektbeschreibung erstellt. Das gilt genauso für Dämmung an Dach, Fassade oder Kellerdecke.

    Die Wärmepumpe fördert die KfW. Hier kann auch das ausführende Fachunternehmen die nötige Bestätigung erstellen. Ein Experte ist nicht in jedem Fall vorgeschrieben.

    Der hydraulische Abgleich ist Heizungsoptimierung und läuft über das BAFA. Laut BAFA gilt das für Gebäude mit höchstens fünf Wohneinheiten. Der Wärmeerzeuger muss älter als zwei Jahre sein, eine fossile Heizung höchstens 20 Jahre alt.

    Neue Heizung mit Dämmung heißt zwei Anträge: einer bei der KfW, einer beim BAFA. Wie das zusammenpasst, zeigt der Beitrag BAFA und KfW kombinieren. Welche Maßnahme zuerst kommen sollte, erklärt der Ratgeber Erst dämmen oder erst die Heizung tauschen.

    Welche Höchstgrenzen gelten bei KfW und BAFA?

    Beide Stellen begrenzen die förderfähigen Kosten, aber unterschiedlich. Beim BAFA liegt die Grenze bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit und je 15.000 Euro für die zweite bis sechste. Mit einem geförderten Sanierungsfahrplan verdoppeln sich diese Werte.

    Bei der Heizungsförderung der KfW sind es 28.000 Euro beim Einfamilienhaus. Für die zweite bis sechste Wohneinheit kommen je 15.000 Euro hinzu, ab der siebten je 8.000 Euro.

    Wie sich die Grenzen beim Haus mit Einliegerwohnung rechnen, zeigt der Beitrag zur BAFA-Förderung bei zwei Wohneinheiten. Die Bedingungen für den Bonus erklärt der Ratgeber zum iSFP-Bonus.

    Was bedeutet die Aufteilung für dich als Käufer?

    Für Käufer eines älteren Hauses ist vor allem der Zeitpunkt wichtig. Die KfW gewährt den Klimageschwindigkeitsbonus nur für eine Wohneinheit, die du zum Zeitpunkt der Antragstellung selbst als Hauptwohnsitz nutzt. Außerdem muss eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzt werden, oder eine Gas- oder Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre alt ist.

    Willst du die Heizung vor dem Einzug tauschen, kläre diese Voraussetzung vorab mit der KfW. Sonst fehlen im ungünstigsten Fall 16 Prozentpunkte. Beim BAFA spielt die Selbstnutzung für den Grundfördersatz dagegen keine Rolle.

    Das Gebäude muss bei beiden Stellen mindestens fünf Jahre alt sein, gerechnet ab Bauantrag oder Bauanzeige. Bei Bestandshäusern ist das fast immer erfüllt.

    Wie läuft der Antrag bei KfW und BAFA ab?

    Der Ablauf ist bei beiden Stellen ähnlich. Zuerst holst du Angebote ein. Dann schließt du einen Lieferungs- oder Leistungsvertrag, der erst mit der Förderzusage wirksam wird. Diese aufschiebende oder auflösende Bedingung verlangen KfW und BAFA ausdrücklich. Der Vertrag muss außerdem das voraussichtliche Datum der Umsetzung nennen.

    Danach stellst du den Antrag online, beim BAFA im BAFA-Portal, bei der KfW in deren Kundenportal. Erst nach der Zusage beginnst du mit der Umsetzung ohne Risiko. Laut BAFA-Merkblatt hast du nach dem Bescheid 36 Monate Zeit, eine Verlängerung ist nicht möglich.

    Brauchst du Geld für die Zwischenfinanzierung, bietet die KfW einen Ergänzungskredit an. Er lässt sich mit den Zuschüssen beider Stellen kombinieren. Andere Finanzierungswege vergleicht der Beitrag Modernisierungskredit oder Bausparvertrag.

    Die Förderbedingungen ändern sich regelmäßig. Maßgeblich sind immer die aktuellen Seiten von BAFA und KfW. Dieser Beitrag ersetzt keine Förder- oder Rechtsberatung.

    Wer fördert neue Fenster, KfW oder BAFA?

    Das BAFA. Neue Fenster und Außentüren gehören zu den Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Die Grundförderung liegt bei 15 Prozent, ein Energieeffizienz-Experte muss eingebunden werden.

    Wer fördert die Wärmepumpe?

    Die KfW. Sie ist für die Heizungsförderung zuständig. Zur Grundförderung kommen für Selbstnutzer Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus, zusammen gedeckelt auf 70 oder 80 Prozent.

    Kann ich bei KfW und BAFA gleichzeitig Anträge stellen?

    Ja, für verschiedene Maßnahmen am selben Haus. Für dieselbe Maßnahme ist nur ein Antrag erlaubt. Der Ergänzungskredit der KfW darf zusätzlich zum Zuschuss genutzt werden.

    Wer fördert den hydraulischen Abgleich?

    Das BAFA im Rahmen der Heizungsoptimierung. Gefördert werden Gebäude mit höchstens fünf Wohneinheiten, deren Wärmeerzeuger älter als zwei und bei fossilen Heizungen nicht älter als 20 Jahre ist.

    Darf ich vor der Zusage anfangen?

    Den Vertrag schließt du vorher, aber mit Bedingung der Förderzusage. Beginnst du nach dem Antrag und vor dem Bescheid mit den Arbeiten, trägst du laut BAFA das Risiko selbst.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Fördersätze nach BEG EM Förderübersicht, Stand 28.07.2026, und KfW-Programm 458 · Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist die jeweils gültige Richtlinie.

  • Energieberatung vor dem Hauskauf: Was sie zeigt, was sie kostet und wann sie Pflicht ist

    Energieberatung

    Energieberatung vor dem Hauskauf: Was sie zeigt, was sie kostet und wann sie Pflicht ist

    Eine Energieberatung vor dem Hauskauf lohnt sich immer dann, wenn das Haus älter als 30 Jahre ist oder der Energieausweis Fragen offen lässt. Sie kostet dich einen kleinen Betrag und schützt dich vor einer Fehlkalkulation im fünfstelligen Bereich.

    Die kurze Antwort: Vor dem Kauf ist eine Energieberatung freiwillig, aber sehr sinnvoll. Ein Energieberater schätzt bei einer Begehung ein, welche Sanierung ansteht und in welcher Größenordnung sie liegt. Förderfähig ist die Beratung erst, wenn du Eigentümer bist. Nach dem Kauf eines Hauses mit höchstens zwei Wohnungen musst du ein kurzes Beratungsgespräch zum Energieausweis führen, sofern es kostenlos angeboten wird.
    max. 40 €

    Eigenanteil für die Vor-Ort-Beratung der Verbraucherzentrale

    2 Wohnungen

    bis zu dieser Größe gilt das Beratungsgespräch nach dem Kauf

    50 %

    Zuschuss zum Beratungshonorar, sobald du Eigentümer bist

    1977

    bei älteren Bauanträgen ist meist ein Bedarfsausweis vorgeschrieben

    Lohnt sich eine Energieberatung vor dem Hauskauf?

    Ja, vor allem bei Häusern aus den Jahren vor 1995. In diesem Alter fallen Heizung, Fenster und Dämmung oft gleichzeitig an. Der Kaufpreis sagt darüber wenig aus, der Energieausweis nur einen Teil.

    Ein Energieberater sieht bei einer Begehung, welche Bauteile kurz vor dem Tausch stehen. Er erkennt, ob das Dach gedämmt werden kann, ohne dass der Dachstuhl umgebaut werden muss. Er sagt dir, ob eine Wärmepumpe mit den vorhandenen Heizkörpern plausibel ist. Und er ordnet ein, in welcher Reihenfolge die Arbeiten sinnvoll sind.

    Das Ergebnis ist keine Kostenrechnung auf den Euro genau. Es ist eine belastbare Größenordnung, mit der du dein Budget prüfst. Wie du daraus eine Gesamtrechnung machst, zeigt der Beitrag zu Kaufpreis plus Sanierung.

    Praxis-Tipp: Nimm den Energieausweis zur Begehung mit. Ein Bedarfsausweis mit Baujahr, Heizung und Dämmstand ist eine gute Grundlage. Den Unterschied zum Verbrauchsausweis erklärt der Ratgeber zum Energieausweis nach Bedarf oder Verbrauch.

    Ist eine Energieberatung beim Hauskauf Pflicht?

    Vor dem Kauf nicht. Nach dem Kauf gibt es eine abgeschwächte Pflicht. Sie steht im Gebäudemodernisierungsgesetz, das bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz hieß.

    Nach § 80 Absatz 4 GModG muss der Käufer eines Wohngebäudes mit höchstens zwei Wohnungen nach Übergabe des Energieausweises ein informatorisches Beratungsgespräch führen. Das Gespräch führt eine Person, die Energieausweise ausstellen darf. Die Pflicht gilt nur, wenn ein solches Gespräch als einzelne Leistung kostenlos angeboten wird.

    Das Gespräch ersetzt keine Energieberatung. Es erklärt dir den Ausweis und seine Modernisierungsempfehlungen. Für eine Sanierungsplanung reicht es nicht.

    Unabhängig davon muss der Verkäufer dir den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorlegen. Nach dem Kaufvertrag übergibt er ihn dir. Bei Häusern mit weniger als fünf Wohnungen und einem Bauantrag vor dem 1. November 1977 ist in der Regel ein Bedarfsausweis vorgeschrieben.

    Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheidet die zuständige Behörde deines Bundeslandes. Welche Pflichten nach dem Kauf zusätzlich greifen, steht im Beitrag zu den Nachrüstpflichten nach dem Hauskauf.

    Was kostet eine Energieberatung vor dem Kauf?

    Das hängt vom Umfang ab. Die Spanne reicht von kostenlos bis zu einem vierstelligen Honorar. Für die Kaufentscheidung brauchst du selten das teuerste Paket.

    AngebotKosten für dichErgebnisVor dem Kauf sinnvoll?
    Energieausweis lesen0 EuroKennwert, Effizienzklasse, Empfehlungenja, als Basis
    Vor-Ort-Beratung der Verbraucherzentralehöchstens 40 EuroBericht rund vier Wochen nach dem Terminnur mit Zeitpuffer
    Kurzbegehung durch einen Energieberatergrob 250 bis 600 Euro, frei verhandelbarmündliche oder kurze schriftliche Einschätzungja, am besten
    Individueller SanierungsfahrplanHonorar minus bis zu 650 Euro Zuschusskompletter Plan mit Maßnahmenpaketenerst nach dem Kauf förderfähig

    Die Förderung der Energieberatung für Wohngebäude zahlt 50 Prozent des Honorars, bei Ein- und Zweifamilienhäusern höchstens 650 Euro. Antragsberechtigt sind nach Angaben des BAFA Eigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften, Nießbrauchsberechtigte sowie Mieter und Pächter mit Erlaubnis des Eigentümers. Kaufinteressenten stehen nicht auf dieser Liste. Die Kurzbegehung vor dem Kauf zahlst du also selbst.

    Den vollen Überblick über Honorare und Ablauf findest du im Ratgeber Energieberater beauftragen. Welche Beratungsform für welche Lage passt, vergleicht der Beitrag zur passenden Energieberatung fürs Haus.

    Wie läuft die Beratung vor dem Kauf ab?

    Kläre zuerst mit dem Verkäufer oder Makler, ob du einen zweiten Termin mit Begleitung bekommst. Die meisten Verkäufer stimmen zu, wenn das Interesse ernst ist.

    Der Energieberater braucht vorab den Energieausweis, das Baujahr und wenn möglich Grundrisse. Vor Ort schaut er sich Heizung, Dach, Fenster, Keller und Außenwände an. Oft dauert das ein bis zwei Stunden. Welche Papiere du mitbringen solltest, listet die Checkliste der Unterlagen für die Energieberatung auf.

    Frage beim Termin gezielt nach drei Punkten: Was muss in den ersten fünf Jahren passieren? Was kann warten? Welche Kostenspanne ist realistisch? Mit diesen drei Antworten kannst du arbeiten.

    Grenze der Beratung: Ein Energieberater ist kein Bausachverständiger. Feuchte Keller, Risse oder Schädlingsbefall gehören in ein Gutachten. Beides kannst du an einem Termin kombinieren, wenn du zwei Fachleute beauftragst.

    Wie nutzt du das Ergebnis in der Kaufpreisverhandlung?

    Schriftliche Einschätzungen wirken stärker als Bauchgefühl. Legt dir der Energieberater dar, dass Heizung und Fenster innerhalb weniger Jahre fällig sind, ist das ein sachliches Argument.

    Rechne die genannten Spannen gegen die Förderung. Ein Teil der Kosten kommt als Zuschuss zurück, aber nicht alles. Welche Maßnahme bei welcher Stelle landet, erklärt der Beitrag KfW oder BAFA.

    Wie du den Preis konkret verhandelst, beschreibt der Ratgeber Kaufpreis verhandeln beim sanierungsbedürftigen Haus. Frag den Verkäufer außerdem, ob bereits ein Sanierungsfahrplan vorliegt. Was du damit anfangen kannst, steht im Beitrag zum Sanierungsfahrplan beim Hauskauf.

    Wann solltest du den Energieberater einplanen?

    Zwischen erster Besichtigung und Finanzierungszusage. Vorher ist das Interesse zu vage, danach fehlt die Zeit für einen Termin.

    Plane nach dem Kauf direkt die geförderte Beratung. Den Antrag stellst du beim BAFA vor Vertragsschluss mit dem Berater. Die Bearbeitung dauert nach Angaben des BAFA derzeit etwa zwei Wochen. Wer im ersten Jahr sanieren will, sollte diesen Vorlauf kennen.

    Kann ich die Energieberatung vor dem Kauf fördern lassen?

    In der Regel nicht. Die Bundesförderung richtet sich an Eigentümer und bestimmte Nutzer mit Erlaubnis des Eigentümers. Als Kaufinteressent zahlst du die Kurzbegehung selbst, die geförderte Beratung folgt nach dem Kauf.

    Muss der Verkäufer eine Begehung mit Energieberater erlauben?

    Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Die meisten Verkäufer stimmen aber einem zweiten Termin zu, wenn du ernsthaftes Interesse zeigst. Frag früh und nenne den Zweck offen.

    Reicht der Energieausweis nicht aus?

    Für einen ersten Eindruck ja. Er zeigt aber keine Kosten, keine Reihenfolge und keinen Zustand einzelner Bauteile. Diese Lücke schließt erst ein Fachmann vor Ort.

    Was ist das Beratungsgespräch nach dem Kauf?

    Ein kurzes Gespräch zum Energieausweis mit einer ausstellungsberechtigten Person. Du musst es führen, wenn es kostenlos angeboten wird und das Haus höchstens zwei Wohnungen hat.

    Wie lange dauert eine Kurzbegehung?

    Meist ein bis zwei Stunden vor Ort. Eine kurze schriftliche Einschätzung kommt je nach Absprache wenige Tage später. Kläre den Liefertermin vorab, falls der Notartermin schon feststeht.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Rechtsstand GModG, Fördersätze nach BAFA, Stand September 2026 · Preise als Spannen · Angaben ohne Gewähr.

  • Unterlagen für die Energieberatung: Checkliste für den Vor-Ort-Termin

    Energieberatung

    Unterlagen für die Energieberatung: Checkliste für den Vor-Ort-Termin

    Für die Energieberatung brauchst du vor allem Pläne, den Energieausweis, Verbrauchsdaten und die Daten deiner Heizung. Je vollständiger die Mappe, desto weniger muss der Berater schätzen und desto genauer wird dein Sanierungsfahrplan.

    Die kurze Antwort: Leg dem Energieberater Grundrisse und Schnitte, den Energieausweis, die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre, das Protokoll des Schornsteinfegers und Rechnungen früherer Modernisierungen bereit. Dazu kommen Baujahr, Wohnfläche und deine Pläne für die nächsten Jahre. Fehlt etwas, misst der Berater nach oder schätzt. Das kostet Zeit und macht das Ergebnis ungenauer.
    3 Jahre

    Verbrauchsdaten sind ein guter Richtwert für die Beratung

    10 Punkte

    umfasst die Checkliste in diesem Beitrag

    1 Mappe

    digital oder auf Papier, am besten vorab an den Berater

    Warum brauchst du Unterlagen für die Energieberatung?

    Der Energieberater rechnet dein Haus mit einer Software nach. Dafür braucht er Flächen, Aufbauten und Anlagendaten. Was er nicht aus Unterlagen entnehmen kann, muss er vor Ort aufnehmen oder mit Pauschalwerten ansetzen.

    Pauschalwerte sind vorsichtig gewählt. Sie machen das Haus auf dem Papier oft schlechter, als es ist. Das verschiebt Empfehlungen und Einsparprognosen. Gute Unterlagen sind deshalb kein Formalismus, sondern die Grundlage für eine brauchbare Empfehlung.

    Bei einer geförderten Beratung kommt ein weiterer Punkt hinzu. Die Mindestinhalte eines individuellen Sanierungsfahrplans legt das BAFA in einem eigenen Merkblatt fest. Der Berater muss den Ist-Zustand also nachvollziehbar dokumentieren. Je besser deine Unterlagen, desto weniger Aufwand entsteht dafür und desto eher bleibt das Honorar im vereinbarten Rahmen.

    Viele Berater schicken vorab eine eigene Liste. Diese Checkliste deckt die üblichen Punkte ab. Wie die Beratung insgesamt abläuft und was sie kostet, steht im Ratgeber Energieberater beauftragen.

    Welche Unterlagen gehören auf die Checkliste?

    Die folgende Tabelle zeigt, was du bereitlegst, wofür der Berater es nutzt und wo du es bekommst.

    UnterlageWofür sie gebraucht wirdWo du sie bekommst
    1. Grundrisse aller GeschosseFlächen, Raumhöhen, beheiztes VolumenVerkäufer, Bauakte beim Bauamt
    2. Schnitte und AnsichtenDach, Decken, FensterflächenBauakte, Architekt
    3. BaubeschreibungWandaufbau, Dämmstoffe, BaujahrBauakte, Kaufunterlagen
    4. EnergieausweisVergleichswert, frühere AnnahmenVerkäufer, Übergabe nach Kauf
    5. Heizkosten der letzten 3 JahreAbgleich von Rechnung und RealitätVersorger, eigene Abrechnungen
    6. StromabrechnungenHaushaltsstrom, Wärmepumpe, WarmwasserStromanbieter
    7. Schornsteinfeger-ProtokollKesselart, Baujahr, AbgaswerteBezirksschornsteinfeger
    8. Typenschild und Unterlagen der HeizungLeistung, Alter, WarmwasserbereitungHeizungsraum, Wartungsfirma
    9. Rechnungen früherer ModernisierungenFenster, Dämmung, Dach mit Jahr und MaterialVerkäufer, eigene Ablage
    10. Deine Pläne und dein BudgetReihenfolge und Umfang der Maßnahmendu selbst
    Praxis-Tipp: Fotografiere das Typenschild der Heizung und den Zählerstand am Tag der Übergabe. Beides hilft später bei der Förderung und beim Abgleich des Verbrauchs.

    So ordnest du die Mappe

    Sortiere die Unterlagen in der Reihenfolge der Tabelle. Beschrifte Pläne mit Geschoss und Jahr. Lege Rechnungen chronologisch ab und markiere, welches Bauteil sie betreffen.

    Digital funktioniert das genauso gut. Ein Ordner mit klaren Dateinamen wie „Grundriss_EG_1972“ spart dem Berater Suchzeit. Scanne Papierpläne in lesbarer Auflösung, damit Maße erkennbar bleiben.

    Was vor Ort zugänglich sein muss

    Neben Papieren zählt der Zugang. Der Berater will Heizungsraum, Keller, Dachboden und die Außenwände von allen Seiten sehen. Räume den Weg zur Dachbodenluke frei und sorge für Licht im Keller.

    Ist der Spitzboden nur über eine Leiter erreichbar, stelle eine sichere Leiter bereit. Kann ein Bauteil nicht besichtigt werden, muss der Berater dort mit Annahmen arbeiten.

    Was tun, wenn Pläne fehlen?

    Bei älteren Häusern fehlen häufig Pläne. Dann hast du zwei Wege.

    Erstens die Bauakte. Beim Bauamt deiner Gemeinde kannst du als Eigentümer Einsicht beantragen. Oft liegen dort genehmigte Grundrisse und Schnitte. Die Gebühren und die Wartezeit unterscheiden sich je nach Kommune. Frage früh an, weil die Suche im Archiv dauern kann.

    Zweitens das Aufmaß. Der Berater misst die wichtigsten Flächen selbst. Das verlängert den Termin und kann das Honorar erhöhen. Kläre vorab, ob ein Aufmaß im Angebot enthalten ist.

    Einfache Handskizzen mit Raummaßen helfen ebenfalls. Sie ersetzen keinen Plan, sparen aber Zeit vor Ort.

    Welche Unterlagen forderst du beim Hauskauf an?

    Die beste Gelegenheit ist die Übergabe. Danach ist der Verkäufer schwer zu erreichen. Bitte ihn schriftlich um alle Pläne, Rechnungen, Wartungsnachweise und Schornsteinfeger-Protokolle.

    Frage außerdem, ob es bereits eine Energieberatung oder einen Sanierungsfahrplan gibt. Ein vorhandener Plan kann für dich wertvoll sein. Was du dabei beachten solltest, steht im Beitrag zum Sanierungsfahrplan beim Hauskauf.

    Wer schon vor dem Notartermin einen Berater mitnimmt, braucht weniger Unterlagen. Für diesen Fall reichen meist Energieausweis, Baujahr und ein Grundriss. Details stehen im Ratgeber zur Energieberatung vor dem Hauskauf. Welche Punkte du bei der Besichtigung selbst prüfst, zeigt die Checkliste Hausbesichtigung.

    Welche Fragen solltest du vorbereiten?

    Unterlagen sind die eine Hälfte. Die andere sind deine Ziele. Ein Berater kann nur gut empfehlen, wenn er weiß, was du vorhast.

    • Wie lange willst du im Haus wohnen?
    • Welches Budget steht in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung?
    • Soll die Heizung zuerst getauscht werden oder gibt es keinen Zeitdruck?
    • Planst du Umbauten, etwa einen Dachausbau oder ein neues Bad?
    • Wo ist es heute zu kalt, zugig oder feucht?

    Notiere auch, was dich im Alltag stört. Kalte Füße im Erdgeschoss oder beschlagene Fenster sind wertvolle Hinweise auf Schwachstellen.

    Welche Unterlagen bekommst du nach der Beratung?

    Nach einer geförderten Beratung erhältst du einen Beratungsbericht, oft als individuellen Sanierungsfahrplan. Er enthält den Ist-Zustand, die empfohlenen Maßnahmen und ihre Reihenfolge. Wie so ein Plan aufgebaut ist, erklärt der Beitrag Sanierungsfahrplan erstellen.

    Bewahre den Bericht zusammen mit deiner Unterlagenmappe auf. Für spätere Förderanträge brauchst du ihn wieder. Das gilt auch, wenn du für die Umsetzung eine Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten beauftragst.

    Unsicher, welche Beratung du überhaupt brauchst? Der Vergleich der Beratungsarten fürs Haus hilft bei der Wahl.

    Muss ich alle Unterlagen vollständig haben?

    Nein. Die Beratung findet auch mit Lücken statt. Fehlende Werte ersetzt der Berater durch Messungen oder Pauschalannahmen, was das Ergebnis weniger genau macht und manchmal mehr Zeit kostet.

    Wie viele Jahre Verbrauchsdaten brauche ich?

    Drei Abrechnungsjahre sind ein guter Richtwert, weil sie Ausreißer durch milde oder kalte Winter ausgleichen. Nach einem Kauf nutzt du die Abrechnungen des Verkäufers, sofern er sie herausgibt.

    Wo bekomme ich alte Baupläne her?

    Beim Bauamt deiner Gemeinde über die Einsicht in die Bauakte. Als Eigentümer kannst du sie beantragen. Gebühren und Wartezeit unterscheiden sich je nach Kommune deutlich.

    Soll ich die Unterlagen vorab schicken?

    Ja, am besten einige Tage vor dem Termin. So kann der Berater Lücken erkennen und gezielt nachmessen. Der Vor-Ort-Termin wird dadurch kürzer und gründlicher.

    Brauche ich den Feuerstättenbescheid?

    Er ist hilfreich, weil er die Feuerstätten im Haus auflistet. Zusammen mit dem letzten Messprotokoll des Schornsteinfegers ergibt sich ein gutes Bild von Heizung und Abgasanlage.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr, Umfang der Unterlagen je nach Berater verschieden.

  • Energieberatung fürs Haus: Beratungsgespräch, Vor-Ort-Check oder Sanierungsfahrplan?

    Energieberatung

    Energieberatung fürs Haus: Beratungsgespräch, Vor-Ort-Check oder Sanierungsfahrplan?

    Für eine Energieberatung am Haus gibt es vier Wege: das kurze Gespräch zum Energieausweis, die Beratung der Verbraucherzentrale, die geförderte Vor-Ort-Beratung mit Sanierungsfahrplan und den Energieeffizienz-Experten für Förderanträge. Welcher passt, hängt davon ab, ob du nur Kosten senken oder das Haus über Jahre sanieren willst.

    Die kurze Antwort: Willst du nur wissen, wo dein Haus Energie verliert, reicht die Beratung der Verbraucherzentrale für höchstens 40 Euro. Planst du mehrere Maßnahmen über Jahre, ist die geförderte Vor-Ort-Beratung mit individuellem Sanierungsfahrplan die bessere Wahl. Sie wird mit 50 Prozent bezuschusst, beim Einfamilienhaus mit höchstens 650 Euro. Für Förderanträge bei Dämmung oder Fenstern brauchst du zusätzlich einen Energieeffizienz-Experten.
    0 bis 40 €

    Eigenanteil bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale

    650 €

    höchster Zuschuss für die Vor-Ort-Beratung beim Ein- und Zweifamilienhaus

    850 €

    höchster Zuschuss ab drei Wohneinheiten

    15 Jahre

    kann ein geförderter Sanierungsfahrplan für den Bonus genutzt werden

    Welche Arten der Energieberatung gibt es fürs Haus?

    Die Angebote unterscheiden sich in Tiefe, Preis und Nutzen für die Förderung. Die Tabelle zeigt die vier Wege im direkten Vergleich.

    BeratungsformKosten für dichErgebnisGeeignet für
    Gespräch zum Energieausweiskostenlos, wenn angebotenErklärung von Kennwerten und EmpfehlungenKäufer nach dem Kauf
    Verbraucherzentralestationär, telefonisch und online kostenlos, zu Hause höchstens 40 EuroTipps und Bericht, beim Hausbesuch rund vier Wochen spätererste Orientierung, Heizkosten, Heizungsfragen
    Vor-Ort-Beratung mit iSFPHonorar minus 50 Prozent, höchstens 650 Euro Zuschuss beim Ein- oder Zweifamilienhausindividueller Sanierungsfahrplan mit MaßnahmenpaketenSanierung über mehrere Jahre, iSFP-Bonus
    Energieeffizienz-Expertefrei verhandelbar, Baubegleitung zu 50 Prozent gefördertProjektbeschreibung, Begleitung, NachweisFörderanträge bei Dämmung, Fenstern, Lüftung

    Daneben beraten auch Handwerksbetriebe und Hersteller. Diese Beratung kann fachlich gut sein. Sie ist aber nicht unabhängig, weil der Betrieb am Auftrag verdient.

    Was bringt die Energieberatung der Verbraucherzentrale?

    Sie ist der günstigste Einstieg. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist die Beratung in den Beratungsstellen, am Telefon und online kostenlos. Für einen Besuch bei dir zu Hause zahlst du höchstens 40 Euro. Einkommensschwache Haushalte zahlen nichts.

    Beim Hausbesuch schauen sich die Berater Heizung, Gebäudehülle und Verbrauch an. Den Bericht bekommst du laut Verbraucherzentrale etwa vier Wochen nach dem Termin. Die Beratung ist herstellerneutral.

    Einen Sanierungsfahrplan, der für den iSFP-Bonus zählt, bekommst du dort nicht. Für eine erste Einschätzung oder eine konkrete Heizungsfrage reicht das Angebot trotzdem oft aus. Mehr dazu findest du bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale.

    Wann lohnt sich die geförderte Vor-Ort-Beratung?

    Immer dann, wenn du mehr als eine Maßnahme planst. Die Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude zahlt 50 Prozent des Honorars. Beim Ein- und Zweifamilienhaus sind es höchstens 650 Euro, ab drei Wohneinheiten höchstens 850 Euro.

    Ergebnis ist ein individueller Sanierungsfahrplan. Er zeigt, wie dein Haus Schritt für Schritt oder in einem Zug saniert werden kann. Das BAFA erkennt dafür nur Pläne an, die mit einer speziellen Software erstellt wurden.

    Der Plan hat einen direkten Geldwert. Setzt du eine Maßnahme daraus innerhalb von 15 Jahren um, kann der Fördersatz beim BAFA um 5 Prozentpunkte steigen. Die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten verdoppelt sich. Die Bedingungen erklärt der Beitrag zum iSFP-Bonus von 5 Prozent. Wie der Plan entsteht, steht im Ratgeber Sanierungsfahrplan erstellen.

    Wichtig: Den Antrag auf Förderung stellst du beim BAFA, bevor du den Vertrag mit dem Berater schließt. Ein Vertrag ist vorher nur erlaubt, wenn er von der Förderzusage abhängig ist. Planungsleistungen dürfen laut BAFA schon vorher erbracht werden.

    Wofür brauchst du einen Energieeffizienz-Experten?

    Für die Förderanträge selbst. Bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, bei Anlagentechnik außer Heizung und bei jedem Antrag mit iSFP-Bonus schreibt das BAFA ihn vor.

    Der Experte erstellt vor dem Antrag eine technische Projektbeschreibung und nach der Fertigstellung einen Nachweis. Oft ist es dieselbe Person, die auch den Sanierungsfahrplan erstellt hat. Das muss aber nicht so sein.

    Viele Eigentümer lassen ihn zusätzlich die Baustelle begleiten. Was das kostet und wie es gefördert wird, zeigt der Beitrag zur Baubegleitung durch den Energieeffizienz-Experten. Einen passenden Experten findest du über die Liste der Deutschen Energie-Agentur.

    Was gilt bei Zweifamilienhaus und Eigentumswohnung?

    Beim Zweifamilienhaus ändert sich wenig. Der Zuschuss für die Vor-Ort-Beratung bleibt bei höchstens 650 Euro, genau wie beim Einfamilienhaus. Der Plan sollte beide Wohnungen abbilden, auch wenn du eine davon vermietest.

    Ab drei Wohneinheiten steigt der Zuschuss auf höchstens 850 Euro. Eine Wohnungseigentümergemeinschaft stellt den Antrag selbst. Sie bekommt nach Angaben des BAFA einmalig 250 Euro zusätzlich, wenn der Berater die Ergebnisse in einer Eigentümerversammlung erläutert.

    Als einzelner Wohnungseigentümer kannst du über die Gebäudehülle nicht allein entscheiden. Fenster, Fassade und Dach gehören meist zum Gemeinschaftseigentum. Deshalb lohnt sich hier die gemeinsame Beratung. Die Verbraucherzentrale hilft dir bei Fragen zur eigenen Wohnung, etwa zu Heizkörpern oder Stromverbrauch.

    Welche Beratung passt zu deiner Situation?

    Die richtige Wahl hängt weniger vom Haus ab als von deinem Vorhaben. Vier typische Lagen zeigen den Unterschied.

    Du willst nur Heizkosten senken. Starte mit der Verbraucherzentrale. Viele Einsparungen entstehen durch Einstellungen an der Heizung und einfache Maßnahmen.

    Du hast gerade ein Haus gekauft. Nutze das Gespräch zum Energieausweis und beauftrage danach eine geförderte Vor-Ort-Beratung. Frag den Verkäufer vorher nach einem vorhandenen Fahrplan. Vor dem Kauf hilft eine Kurzbegehung, wie sie der Ratgeber zur Energieberatung vor dem Hauskauf beschreibt.

    Du planst eine einzelne Maßnahme. Bei neuen Fenstern oder einer Dachdämmung brauchst du den Energieeffizienz-Experten ohnehin. Ein Sanierungsfahrplan lohnt sich finanziell vor allem ab höheren Investitionen, weil der Bonus erst ab 30.000 Euro je Antrag greift.

    Du planst eine umfassende Sanierung. Hier ist der Sanierungsfahrplan fast immer richtig. Er klärt die Reihenfolge, bevor du Geld ausgibst. Einen Überblick über Maßnahmen und Nutzen gibt der Beitrag zur energetischen Sanierung.

    Für jeden Weg gilt: Gute Unterlagen machen die Beratung genauer. Was du bereitlegst, zeigt die Checkliste für die Energieberatung. Honorare und Ablauf im Detail findest du im Ratgeber Energieberater beauftragen.

    Ist die Energieberatung der Verbraucherzentrale wirklich kostenlos?

    In den Beratungsstellen, am Telefon und online ja. Für einen Besuch bei dir zu Hause zahlst du nach Angaben der Verbraucherzentrale höchstens 40 Euro, einkommensschwache Haushalte nichts.

    Ist der Energieausweis eine Energieberatung?

    Nein. Er dokumentiert den Energiebedarf oder Verbrauch und enthält kurze Empfehlungen. Eine Planung mit Reihenfolge, Kosten und Förderung ersetzt er nicht.

    Wie viel kostet eine Energieberatung mit Sanierungsfahrplan?

    Das Honorar ist frei verhandelbar. Das BAFA übernimmt 50 Prozent, beim Ein- und Zweifamilienhaus höchstens 650 Euro. Den Rest zahlst du selbst, bei Wohnungseigentümergemeinschaften gibt es 250 Euro extra.

    Kann ich mit der Verbraucherzentrale den iSFP-Bonus bekommen?

    Nein. Für den Bonus zählt nur ein Sanierungsfahrplan, der über die Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude gefördert und mit der vorgeschriebenen Software erstellt wurde.

    Muss der Berater unabhängig sein?

    Für die geförderte Beratung muss er in der Expertenliste stehen und bestimmte Anforderungen erfüllen. Beratung durch Handwerker oder Hersteller kann hilfreich sein, ist aber nicht neutral.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Fördersätze nach BAFA und Angebote der Verbraucherzentrale, Stand September 2026 · Angaben ohne Gewähr.

  • Baubegleitung durch den Energieeffizienz-Experten: Kosten, Förderung und wann sie sich lohnt

    Energieberatung

    Baubegleitung durch den Energieeffizienz-Experten: Kosten, Förderung und wann sie sich lohnt

    Die Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten wird vom BAFA mit 50 Prozent bezuschusst, beim Ein- und Zweifamilienhaus auf höchstens 5.000 Euro förderfähige Kosten. Bei Dämmung und Fenstern ist der Experte ohnehin Pflicht, die Begleitung auf der Baustelle kostet dann oft nur wenig mehr.

    Die kurze Antwort: Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten fördert das BAFA mit 50 Prozent. Förderfähig sind bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis zu 5.000 Euro, der Zuschuss liegt also bei höchstens 2.500 Euro. Die Förderung gibt es nur zusammen mit einer geförderten Einzelmaßnahme, etwa Dämmung oder Fenstertausch. Einen iSFP-Bonus gibt es auf die Baubegleitung nicht.
    50 %

    Fördersatz für Fachplanung und Baubegleitung beim BAFA

    5.000 €

    förderfähige Kosten beim Ein- und Zweifamilienhaus

    2.000 €

    je Wohneinheit ab drei Wohneinheiten, höchstens 20.000 Euro

    2 Monate

    gültig sind die IDs von Projektbeschreibung und Projektnachweis

    Was macht ein Energieeffizienz-Experte bei der Baubegleitung?

    Er sorgt dafür, dass die geförderte Maßnahme die technischen Anforderungen erfüllt. Das beginnt vor dem Antrag und endet nach der Fertigstellung.

    Vor dem Förderantrag erstellt er eine technische Projektbeschreibung. Du bekommst daraus eine ID, die du im Antragsformular beim BAFA einträgst. Laut BAFA ist diese ID zwei Monate gültig. Der Antrag muss also zeitnah folgen.

    Während der Bauphase prüft er Details, die später niemand mehr sieht. Dazu gehören Dämmstärken, Anschlüsse an Fenster und Dach, die Luftdichtheit und die Einbausituation der Fenster. Nach der Fertigstellung erstellt er den technischen Projektnachweis. Damit reichst du den Verwendungsnachweis ein und bekommst das Geld.

    Viele Fehler entstehen an Übergängen zwischen zwei Gewerken. Der Fensterbauer schließt ab, der Stuckateur dämmt später, und die Anschlussfuge passt nicht. Ein Experte auf der Baustelle erkennt solche Punkte, bevor sie verputzt sind. Weitere typische Fallen beschreibt der Beitrag zu den Fehlern bei der Sanierungsplanung.

    Wann ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht?

    Das BAFA verlangt ihn für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, für Anlagentechnik außer Heizung, für Gebäudenetze und für jeden Antrag mit iSFP-Bonus. Bei der Heizungsoptimierung ist er freiwillig, dort reicht ein Fachunternehmen.

    Beantragst du mehrere Maßnahmen und ist der Experte für eine davon Pflicht, muss er laut BAFA-Merkblatt für den gesamten Antrag eingebunden werden. Das ist ein Grund mehr, Maßnahmen gemeinsam zu planen.

    Pflicht heißt hier: Er muss die Projektbeschreibung und den Nachweis erstellen. Eine intensive Begleitung auf der Baustelle schreibt die Förderung nicht in jedem Umfang vor. Wie viele Termine er vor Ort macht, regelst du im Vertrag.

    Für den Heizungstausch ist die KfW zuständig. Nach den Rechenbeispielen der KfW können Kosten für Planung und Baubegleitung dort in die förderfähigen Kosten der Heizung einfließen. Welche Stelle für welche Maßnahme zuständig ist, erklärt der Beitrag KfW oder BAFA.

    Was kostet die Baubegleitung?

    Das Honorar ist frei verhandelbar. Es hängt von der Zahl der Baustellentermine, der Größe der Maßnahme und der Region ab.

    Für ein Einfamilienhaus liegen Angebote für Projektbeschreibung, Begleitung und Nachweis erfahrungsgemäß im Bereich von rund 1.500 bis 5.000 Euro. Eine einzelne Maßnahme wie der Fenstertausch liegt eher am unteren Ende. Eine Fassadendämmung mit mehreren Bauabschnitten eher am oberen.

    Vergleiche Angebote nach Leistungen, nicht nach Summe. Frag nach der Zahl der Termine, nach Fotodokumentation und danach, ob eine Luftdichtheitsmessung enthalten ist. Wie Energieberater allgemein abrechnen, steht im Ratgeber Energieberater beauftragen.

    Was im Vertrag mit dem Experten stehen sollte

    • die geförderten Maßnahmen, die er begleitet
    • die Zahl der Baustellentermine und wann sie stattfinden
    • Projektbeschreibung und Projektnachweis für den Förderantrag
    • Fotodokumentation der Bauteile, die später verdeckt sind
    • ob eine Luftdichtheitsmessung enthalten ist oder extra kostet

    Lass dir außerdem bestätigen, dass der Experte in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur eingetragen ist. Ohne diesen Eintrag kann er die Nachweise für die Förderung nicht erstellen. Eine klare Leistungsbeschreibung schützt dich vor Nachforderungen, wenn die Baustelle länger dauert als geplant. Vereinbare auch, was bei zusätzlichen Terminen berechnet wird.

    Wie hoch ist die Förderung für die Baubegleitung?

    Das BAFA fördert 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Die Obergrenze hängt von der Zahl der Wohneinheiten ab.

    GebäudeFörderfähige Kosten höchstensZuschuss höchstens
    Einfamilienhaus5.000 Euro2.500 Euro
    Zweifamilienhaus5.000 Euro2.500 Euro
    Mehrfamilienhaus mit 3 Wohneinheiten6.000 Euro3.000 Euro
    Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten12.000 Euro6.000 Euro
    ab 10 Wohneinheiten20.000 Euro10.000 Euro

    Die Förderung setzt einen direkten inhaltlichen Bezug zu einer geförderten Maßnahme voraus. Eine Baubegleitung allein kannst du nicht beantragen. Auf den Anteil für Fachplanung und Baubegleitung gibt es laut BAFA-Merkblatt keinen iSFP-Bonus. Wann dieser Bonus auf die Maßnahme selbst greift, erklärt der Beitrag zum iSFP-Bonus von 5 Prozent.

    Diese Angaben entsprechen den Förderbedingungen für Anträge ab dem 21. Juli 2026. Prüfe vor dem Antrag die aktuelle Richtlinie beim BAFA.

    Rechenbeispiel: Fassade und Fenster am Einfamilienhaus

    Angenommen, du dämmst die Fassade und tauschst die Fenster. Der Experte verlangt für Planung, drei Baustellentermine und Nachweis 4.200 Euro.

    Förderfähig sind die vollen 4.200 Euro, weil sie unter der Grenze von 5.000 Euro liegen. Der Zuschuss beträgt 2.100 Euro. Dein Eigenanteil liegt bei 2.100 Euro.

    Verlangt ein anderes Büro 6.500 Euro, sind trotzdem nur 5.000 Euro förderfähig. Der Zuschuss steigt auf 2.500 Euro, dein Anteil aber auf 4.000 Euro. Was die Dämmung selbst kostet, zeigt der Beitrag zur Fassadendämmung pro Quadratmeter.

    Lohnt sich die Baubegleitung auch ohne Pflicht?

    Bei großen Maßnahmen fast immer. Ein Fehler an der Dämmung oder am Fensteranschluss kostet später ein Vielfaches des Honorars.

    Bei kleinen Arbeiten wie der Heizungsoptimierung ist der Nutzen geringer. Dort reicht meist ein gutes Fachunternehmen. Wichtig ist, dass du vorher klärst, wer die Nachweise für die Förderung erstellt.

    Brauchst du vor der Begleitung erst eine Beratung, hilft der Vergleich der Beratungsarten fürs Haus. Welche Papiere der Experte zum Start braucht, steht in der Checkliste der Unterlagen.

    Kann ich die Baubegleitung einzeln fördern lassen?

    Nein. Das BAFA fördert Fachplanung und Baubegleitung nur zusammen mit einer geförderten Einzelmaßnahme, etwa an der Gebäudehülle. Ohne investive Maßnahme gibt es für die Begleitung keinen Zuschuss.

    Muss der Berater aus dem Sanierungsfahrplan auch begleiten?

    Nein. Du kannst einen anderen Energieeffizienz-Experten beauftragen. Er muss in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur für Förderprogramme des Bundes eingetragen sein.

    Gibt es den iSFP-Bonus auf die Baubegleitung?

    Nein. Laut BAFA-Merkblatt sind Leistungen für Fachplanung und Baubegleitung vom iSFP-Bonus ausgenommen. Der Bonus kann nur auf die Maßnahme selbst entfallen, wenn deren Voraussetzungen erfüllt sind.

    Wie lange gilt die ID der Projektbeschreibung?

    Laut BAFA zwei Monate. In dieser Zeit musst du den Förderantrag stellen. Verstreicht die Frist, muss der Experte eine neue Projektbeschreibung erzeugen.

    Wer zahlt die Baubegleitung zuerst?

    Du. Das BAFA zahlt den Zuschuss erst nach Fertigstellung, Bezahlung aller Rechnungen und geprüftem Verwendungsnachweis aus. Plane den Betrag deshalb in deiner Zwischenfinanzierung ein.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Förderbedingungen nach BEG EM für Anträge ab 21.07.2026 · Honorare als Spannen · Angaben ohne Gewähr.

  • BAFA und KfW kombinieren: Was zusammen geht und was nicht

    KfW & BAFA

    BAFA und KfW kombinieren: Was zusammen geht und was nicht

    BAFA und KfW lassen sich kombinieren, solange jede Maßnahme nur einmal gefördert wird. Die neue Heizung läuft über die KfW, die Dämmung über das BAFA, und der Ergänzungskredit darf zu beiden Zuschüssen dazukommen.

    Die kurze Antwort: Du kannst an einem Haus gleichzeitig Zuschüsse von KfW und BAFA bekommen, wenn es um verschiedene Maßnahmen geht. Für dieselbe Maßnahme ist nur ein Antrag bei einer der beiden Stellen erlaubt. Der Ergänzungskredit der KfW ist mit den Zuschüssen kombinierbar. Ausgeschlossen ist die Kombination mit der Effizienzhaus-Förderung und mit der steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung für dieselbe Maßnahme.
    1 Antrag

    je Maßnahme, entweder bei KfW oder BAFA

    70 %

    Obergrenze der Heizungsförderung für Selbstnutzer

    80 %

    Obergrenze bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro

    20.880 €

    Zuschuss im Rechenbeispiel mit Heizung, Fassade und Begleitung

    Darf ich BAFA und KfW gleichzeitig nutzen?

    Ja. Das BAFA schreibt in seinem Merkblatt zur Antragstellung, dass die Kombination mit anderen Fördermitteln grundsätzlich möglich ist. Für ein Gebäude können mehrere Anträge für unterschiedliche Einzelmaßnahmen gestellt werden. Das gilt auch dann, wenn die Anträge bei verschiedenen Stellen landen.

    Die Grenze ist die Maßnahme selbst. Für dieselbe Maßnahme darf nur ein Antrag gestellt werden, entweder bei der KfW oder beim BAFA. Eine doppelte Förderung schließen beide Stellen aus.

    Welche Maßnahme wohin gehört, ordnet der Beitrag KfW oder BAFA übersichtlich zu. Den Gesamtüberblick über die Förderung gibt der Ratgeber KfW- und BAFA-Förderung für die Sanierung.

    Welche Kombinationen sind erlaubt und welche nicht?

    Die Tabelle fasst die Regeln nach BAFA-Merkblatt und KfW-Programmseite zusammen.

    KombinationErlaubt?Hinweis
    Heizung bei der KfW plus Dämmung beim BAFAjazwei Maßnahmen, zwei Anträge
    Fenster plus Fassade beim BAFAjaauch in einem Antrag möglich
    Zuschuss plus Ergänzungskredit der KfWjaausdrücklich vorgesehen
    Maßnahme plus BaubegleitungjaBegleitung mit 50 % gefördert
    Dieselbe Maßnahme bei KfW und BAFAneindoppelte Antragstellung ausgeschlossen
    Einzelmaßnahme plus Effizienzhaus-FörderungneinEinzelmaßnahmen und Effizienzhaus schließen sich aus
    Zuschuss plus Steuerermäßigung für dieselbe Maßnahmeneinentweder Förderung oder Steuer

    Welche weiteren Programme nicht mit den Einzelmaßnahmen kombiniert werden dürfen, nennt die Förderrichtlinie in Nummer 8.6. Prüfe diese Liste, bevor du ein Landes- oder Kommunalprogramm dazunimmst.

    Wo lauern Doppelförderungen, die du nicht siehst?

    Die häufigste Falle ist der hydraulische Abgleich. Er zählt beim BAFA zur Heizungsoptimierung. Bei der KfW ist er aber Teil der neuen Heizung, denn deren Einbau muss laut KfW mit einer Optimierung des Heizungsverteilsystems verbunden sein. Wer die Heizung über die KfW tauscht, sollte den Abgleich deshalb nicht zusätzlich beim BAFA beantragen.

    Die zweite Falle ist die Baubegleitung. Bei der Heizung kann sie nach den Beispielen der KfW in die förderfähigen Kosten der Heizung einfließen. Beim BAFA wird sie separat mit 50 Prozent gefördert. Dieselbe Rechnung darfst du nur an einer Stelle einreichen. Wie die Begleitung beim BAFA gefördert wird, erklärt der Beitrag zur Baubegleitung durch den Energieeffizienz-Experten.

    Die dritte Falle ist die Steuer. Hast du für eine Maßnahme einen Zuschuss bekommen, kannst du sie nicht zusätzlich als energetische Sanierung von der Steuer absetzen. Rechne vorher, welcher Weg dir mehr bringt. Dieser Abschnitt ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung, im Einzelfall entscheiden Förderstelle und Finanzamt.

    Rechenbeispiel: Wärmepumpe, Fassade und Baubegleitung

    Angenommen, du hast ein Einfamilienhaus gekauft und bist eingezogen. Du ersetzt eine funktionstüchtige Ölheizung durch eine Wärmepumpe für 30.000 Euro. Außerdem dämmst du die Fassade für 40.000 Euro, beides steht in deinem geförderten Sanierungsfahrplan. Die Baubegleitung kostet 3.000 Euro.

    PositionStelleFörderfähigSatzZuschuss
    WärmepumpeKfW28.000 Euro30 % + 16 %12.880 Euro
    Fassadendämmung GrundförderungBAFA40.000 Euro15 %6.000 Euro
    iSFP-Bonus auf 10.000 Euro über der SchwelleBAFA10.000 Euro5 %500 Euro
    Baubegleitung FassadeBAFA3.000 Euro50 %1.500 Euro
    Summe20.880 Euro

    Bei der Heizung werden nur 28.000 Euro berücksichtigt, weil das die Höchstgrenze beim Einfamilienhaus ist. Bei der Fassade greift der iSFP-Bonus nur auf den Teil über 30.000 Euro. Die Regeln dazu erklärt der Beitrag zum iSFP-Bonus von 5 Prozent. Hätte dein Haushalt ein niedriges Einkommen, käme bei der Heizung noch der Einkommensbonus hinzu, gedeckelt auf 70 oder 80 Prozent.

    Das Beispiel zeigt auch, warum die Reihenfolge des Einzugs zählt. Ohne Selbstnutzung zum Zeitpunkt des Antrags fiele der Klimageschwindigkeitsbonus von 4.480 Euro weg.

    Wie passt der Ergänzungskredit dazu?

    Zuschüsse fließen erst nach Fertigstellung und Nachweis. Bis dahin musst du die Rechnungen selbst bezahlen. Genau dafür gibt es den Ergänzungskredit der KfW. Laut KfW ist er mit dem Heizungszuschuss kombinierbar, laut BAFA auch mit dessen Zuschüssen.

    Plane die Zwischenfinanzierung deshalb von Anfang an mit. Alternativen zum Förderkredit vergleicht der Beitrag Modernisierungskredit oder Bausparvertrag. Wie du das gesamte Budget aufstellst, zeigt der Ratgeber Sanierung finanzieren.

    In welcher Reihenfolge stellst du die Anträge?

    Beide Anträge folgen demselben Muster: erst Vertrag mit Bedingung der Förderzusage, dann Antrag, dann Umsetzung. Die Reihenfolge der Stellen ist frei.

    Sinnvoll ist es, mit der Maßnahme zu beginnen, die zeitlich zuerst dran ist. Beim BAFA hast du nach dem Bescheid 36 Monate für die Umsetzung. Bei der KfW steht die Frist in deiner Zusage. Planst du mehrere Pakete, hilft ein Blick in den Beitrag BAFA-Förderung bei zwei Wohneinheiten, falls dein Haus eine Einliegerwohnung hat.

    Für beide Anträge brauchst du eine Bestätigung von fachlicher Seite. Beim BAFA ist das die technische Projektbeschreibung des Energieeffizienz-Experten, deren ID laut BAFA zwei Monate gilt. Bei der KfW bekommst du eine Bestätigung zum Antrag, die ein Experte oder das ausführende Fachunternehmen ausstellt. Am einfachsten ist es, wenn eine Person beide Vorgänge im Blick behält. Sie achtet dann auch darauf, dass keine Rechnung doppelt auftaucht und die Fristen zueinander passen.

    Kann ich für die Heizung KfW und BAFA gleichzeitig nutzen?

    Nein. Für dieselbe Maßnahme ist nur ein Antrag erlaubt. Die Heizung läuft über die KfW. Zusätzlich möglich ist nur der Ergänzungskredit der KfW zur Zwischenfinanzierung.

    Darf ich Landesförderung mit BAFA kombinieren?

    Grundsätzlich ja, die Kombination mit anderen Fördermitteln ist laut BAFA möglich. Ausnahmen nennt die Förderrichtlinie in Nummer 8.6. Das Landesprogramm kann eigene Regeln zur Anrechnung haben.

    Kann ich Zuschuss und Steuerbonus kombinieren?

    Nicht für dieselbe Maßnahme. Laut BAFA ist die Kumulierung mit der steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung ausgeschlossen. Rechne vorher, welcher Weg für dich mehr bringt.

    Gibt es eine Obergrenze für alle Zuschüsse zusammen?

    Bei der Heizung ja, dort sind Grundförderung und Boni auf 70 oder 80 Prozent gedeckelt. Beim BAFA begrenzen die Höchstgrenzen der förderfähigen Kosten den Zuschuss.

    Muss ich beide Anträge gleichzeitig stellen?

    Nein. Die Anträge sind unabhängig voneinander. Wichtig ist nur, dass jeder Antrag vor Beginn der jeweiligen Maßnahme gestellt wird und ein Vertrag mit Bedingung vorliegt.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Regeln nach BAFA-Merkblatt zur Antragstellung (Juli 2026) und KfW-Programm 458 · Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist die gültige Richtlinie.

  • BAFA-Förderung bei zwei Wohneinheiten: So rechnest du beim Zweifamilienhaus

    KfW & BAFA

    BAFA-Förderung bei zwei Wohneinheiten: So rechnest du beim Zweifamilienhaus

    Bei zwei Wohneinheiten steigt die BAFA-Förderung spürbar: Statt 30.000 Euro sind 45.000 Euro förderfähig, mit Sanierungsfahrplan sogar 90.000 Euro. Das gilt auch für das Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, das förderrechtlich als Haus mit zwei Wohneinheiten zählt.

    Die kurze Antwort: Beim BAFA liegen die förderfähigen Kosten bei zwei Wohneinheiten bei 30.000 Euro für die erste und 15.000 Euro für die zweite, zusammen 45.000 Euro. Mit einem geförderten Sanierungsfahrplan verdoppelt sich das auf 90.000 Euro. Bei der Heizungsförderung der KfW sind es 28.000 plus 15.000 Euro, also 43.000 Euro. Die Boni der KfW gibt es nur anteilig für die Wohnung, die du selbst bewohnst.
    45.000 €

    förderfähig beim BAFA für zwei Wohneinheiten ohne iSFP

    90.000 €

    förderfähig beim BAFA mit gefördertem Sanierungsfahrplan

    43.000 €

    förderfähige Heizungskosten bei der KfW

    45.000 €

    Mindestinvestition, ab der der iSFP-Bonus greift

    Zählt die Einliegerwohnung als zweite Wohneinheit?

    Ja. Die KfW beschreibt in ihren Rechenbeispielen ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung ausdrücklich als Mehrfamilienhaus mit zwei Wohneinheiten. Das gilt auch dann, wenn in der Einliegerwohnung Angehörige ohne eigenen Eigentumsanteil wohnen.

    Für dich ist das meist ein Vorteil. Die Höchstgrenzen steigen mit jeder Wohneinheit. Gleichzeitig ändern sich zwei Dinge: Die Boni für Selbstnutzer beziehen sich nur auf die eigene Wohnung, und die Schwelle für den iSFP-Bonus steigt.

    Entscheidend ist, was baurechtlich als eigene Wohnung gilt. Nicht jeder abgetrennte Bereich zählt automatisch als eigene Wohnung. Im Zweifel klärst du das vor dem Antrag mit deinem Energieeffizienz-Experten, weil die Zahl der Wohneinheiten in der Projektbeschreibung steht.

    Welche Höchstgrenzen gelten bei zwei Wohneinheiten?

    Die Tabelle vergleicht die Grenzen für ein und zwei Wohneinheiten. Die Werte gelten für Anträge ab dem 21. Juli 2026.

    Förderung1 Wohneinheit2 Wohneinheiten
    BAFA Gebäudehülle und Anlagentechnik, ohne iSFP30.000 Euro45.000 Euro
    BAFA mit gefördertem iSFP60.000 Euro90.000 Euro
    Mindestinvestition für den iSFP-Bonus30.000 Euro45.000 Euro
    KfW Heizungsförderung28.000 Euro43.000 Euro
    BAFA Fachplanung und Baubegleitung5.000 Euro5.000 Euro
    Zuschuss zur Energieberatung mit iSFPhöchstens 650 Eurohöchstens 650 Euro

    Die BAFA-Werte stammen von der Seite zu den Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Die KfW-Werte stehen auf der Programmseite der Heizungsförderung. Laut KfW sinkt der Betrag für die erste Wohneinheit ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro. Prüfe die Grenzen deshalb vor jedem Antrag neu.

    Wie wirkt der iSFP-Bonus beim Zweifamilienhaus?

    Der Bonus hebt den Fördersatz beim BAFA um 5 Prozentpunkte. Er greift aber erst ab einer Mindestinvestition. Bei mehreren Wohneinheiten entspricht diese Schwelle der Höchstgrenze ohne Bonus. Beim Zweifamilienhaus sind das 45.000 Euro in einem einzigen Antrag.

    Gewährt wird der Bonus nur auf den Betrag über dieser Schwelle. Mehrere Anträge aus demselben Kalenderjahr werden nicht zusammengezählt. Wer kleine Pakete einzeln beantragt, bekommt also keinen Bonus. Die Regeln im Detail erklärt der Beitrag zum iSFP-Bonus von 5 Prozent.

    Der größere Hebel ist die doppelte Höchstgrenze. Sie gilt, sobald für die Maßnahme der iSFP-Bonus gewährt wird. Wie der Fahrplan entsteht und was er kostet, steht im Ratgeber Sanierungsfahrplan erstellen.

    Rechenbeispiel: Dach und Fenster am Zweifamilienhaus

    Angenommen, du dämmst das Dach und tauschst alle Fenster. Die förderfähigen Kosten liegen bei 70.000 Euro in einem Antrag. Ein geförderter Sanierungsfahrplan liegt vor.

    Positionohne iSFPmit iSFP
    Förderfähige Kosten70.000 Euro70.000 Euro
    Anrechenbare Höchstgrenze45.000 Euro90.000 Euro
    Grundförderung 15 %6.750 Euro10.500 Euro
    iSFP-Bonus 5 % auf 25.000 Euro0 Euro1.250 Euro
    Zuschuss gesamt6.750 Euro11.750 Euro

    Der Fahrplan bringt hier 5.000 Euro mehr. Der Großteil entsteht durch die höhere Grenze, nicht durch die 5 Prozent. Wie du Kosten für Dach und Fenster vorab einschätzt, zeigt der Beitrag zum Schätzen der Sanierungskosten.

    Wie rechnet die KfW die Heizung bei zwei Wohnungen?

    Die KfW zeigt das an einem eigenen Beispiel. Eine Ölheizung wird in einem Haus mit Einliegerwohnung durch Wärmepumpe und Solarthermie ersetzt. Die förderfähigen Kosten liegen bei 41.000 Euro und damit unter der Grenze von 43.000 Euro.

    Die Grundförderung von 30 Prozent gilt für das ganze Gebäude und beträgt 12.300 Euro. Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nur für die selbst genutzte Hauptwohnung. Dafür werden die Kosten gleichmäßig auf beide Wohnungen verteilt, also 20.500 Euro je Einheit. Darauf gibt es 16 Prozent, das sind 3.280 Euro. Der Gesamtzuschuss liegt bei 15.580 Euro.

    Wichtig: Bei Häusern mit mehreren Wohneinheiten beantragst du die Boni laut KfW über einen Zusatzantrag. Er muss spätestens sechs Monate nach der Zusage des Basisantrags gestellt werden. Wer diese Frist verpasst, verliert den Bonus. Welche Stelle für welche Maßnahme zuständig ist, erklärt der Beitrag KfW oder BAFA.

    Was solltest du beim Kauf eines Zweifamilienhauses beachten?

    Rechne die Förderung schon vor dem Kauf grob durch. Die höheren Grenzen machen ein Zweifamilienhaus bei großen Sanierungen attraktiver. Mieteinnahmen aus der zweiten Wohnung können die Finanzierung zusätzlich stützen.

    Plane die Maßnahmen in wenigen großen Paketen. So erreichst du die Schwelle für den iSFP-Bonus. Wie sich Anträge bei KfW und BAFA ergänzen, zeigt der Beitrag BAFA und KfW kombinieren. Den Überblick über alle Programme gibt der Ratgeber KfW- und BAFA-Förderung.

    Kläre außerdem, wer den Antrag stellt. Gehört das Haus mehreren Personen, reicht laut KfW-Beispiel ein Antrag, den einer der Eigentümer stellvertretend einreicht. Beim BAFA stellt der Eigentümer oder eine bevollmächtigte Person den Antrag im BAFA-Portal. Bei vermieteten Wohnungen profitierst du ebenfalls von der Grundförderung. Die Boni für Selbstnutzer entfallen dort aber, und für Vermieter gelten zusätzlich die Regeln zur Umlage von Modernisierungskosten.

    Dieser Beitrag ersetzt keine Förder- oder Rechtsberatung. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen von BAFA und KfW am Tag deines Antrags.

    Gilt ein Haus mit Einliegerwohnung als Zweifamilienhaus?

    Förderrechtlich ja. Die KfW behandelt ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung als Gebäude mit zwei Wohneinheiten. Die Höchstgrenzen steigen entsprechend, die Boni gelten aber nur für die selbst genutzte Wohnung.

    Wie viel fördert das BAFA bei zwei Wohneinheiten?

    Förderfähig sind 45.000 Euro, mit gefördertem Sanierungsfahrplan 90.000 Euro. Die Grundförderung beträgt 15 Prozent. Auf den Teil über 45.000 Euro kommen mit iSFP 5 Prozentpunkte hinzu.

    Bekomme ich den Klimageschwindigkeitsbonus für die vermietete Wohnung?

    Nein. Die KfW gewährt ihn nur für die selbst genutzte Wohneinheit, die dein Hauptwohnsitz ist. Die Kosten werden dafür gleichmäßig auf alle Wohneinheiten verteilt.

    Ist die Energieberatung beim Zweifamilienhaus teurer gefördert?

    Nein. Der Zuschuss liegt beim Ein- und Zweifamilienhaus bei 50 Prozent des Honorars, höchstens 650 Euro. Erst ab drei Wohneinheiten steigt die Grenze auf 850 Euro.

    Kann ich mehrere kleine Anträge für den iSFP-Bonus zusammenrechnen?

    Nein. Die Mindestinvestition von 45.000 Euro muss in einem einzigen Antrag erreicht werden. Anträge aus demselben Kalenderjahr werden laut BAFA nicht zusammengezählt, plane deshalb größere Pakete.

    Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Höchstgrenzen nach BAFA (Anträge ab 21.07.2026) und KfW-Programm 458, Stand September 2026 · Angaben ohne Gewähr.