Sanierungskosten je Gewerk

Fassadendämmung Kosten pro qm: Preise und Amortisation

Die Preise pro Quadratmeter liegen weit auseinander, weil hinter dem Wort Fassadendämmung fünf verschiedene Bauweisen stecken. Entscheidend ist außerdem, ob das Gerüst ohnehin steht. Wer den Anstrich sowieso plant, rechnet mit ganz anderen Zahlen als jemand, der allein wegen der Dämmung baut.

Die kurze Antwort: Ein Wärmedämmverbundsystem kostet 120 bis 220 Euro je Quadratmeter Fassade, inklusive Gerüst, Dämmung und Putz. Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade liegt bei 220 bis 380 Euro, eine Kerndämmung bei 20 bis 45 Euro. Sobald du mehr als zehn Prozent einer Fassadenseite anfasst, fordert Anlage 7 des GEG einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K). Gefördert werden 15 Prozent, mit Sanierungsfahrplan 20 Prozent. Alle Preise sind Spannen, Stand 2026.
120 bis 220 €

Kosten je Quadratmeter für ein WDVS inklusive Gerüst und Oberputz

0,24 W/(m²K)

Höchster U-Wert der Außenwand nach Anlage 7 GEG bei einer Sanierung

10 Prozent

Bagatellgrenze des § 48 GEG je Fassadenseite, darunter greift keine Pflicht

bis 20 %

Zuschuss der Einzelmaßnahmen-Förderung inklusive iSFP-Bonus, Stand 2026

Was kostet Fassadendämmung pro Quadratmeter?

Gerechnet wird auf die Fassadenfläche, nicht auf die Wohnfläche. Ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche hat 150 bis 200 Quadratmeter Fassade. Fenster werden abgezogen, ihre Laibungen gesondert berechnet.

SystemKosten je m²Übliche DämmstärkePasst zu
WDVS mit Polystyrol120 bis 200 Euro14 bis 20 cmverputzte Fassade ohne Zierelemente
WDVS mit Mineralwolle150 bis 230 Euro14 bis 20 cmhöhere Anforderungen an den Brandschutz
Vorgehängte hinterlüftete Fassade220 bis 380 Euro16 bis 24 cmHolz-, Faserzement- oder Klinkeroptik
Kerndämmung, eingeblasen20 bis 45 EuroHohlraum 6 bis 10 cmzweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht
Innendämmung90 bis 180 Euro6 bis 10 cmDenkmalschutz und erhaltenswerte Klinkerfassaden

Die Kerndämmung fällt aus dem Rahmen, weil Gerüst und Putz entfallen. Der Dämmstoff wird durch Bohrlöcher in die Luftschicht geblasen. Das geht nur bei zweischaligem Mauerwerk. Eine Endoskopkamera zeigt in einer Stunde, ob dein Haus dafür taugt.

Innendämmung wirkt günstig, kostet aber Fußleisten, Elektroinstallation, Heizkörper und Wohnfläche mit. Ins Gesamtbudget ordnet die Zahlen der Beitrag zu Sanierungskosten pro Quadratmeter ein.

Woraus setzen sich die Kosten zusammen?

Der Dämmstoff selbst ist der kleinste Posten. Bei einem WDVS entfallen auf ihn oft nur 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Der Rest ist Arbeit und Zubehör.

  • Gerüst: 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter Gerüstfläche für vier Wochen Standzeit, jede weitere Woche kostet extra.
  • Untergrund: Reinigen, Risse schließen, alten losen Putz abschlagen, grundieren. 10 bis 30 Euro je Quadratmeter, bei schlechtem Bestand mehr.
  • Dämmplatten und Befestigung: Kleber, Dübel, Armierungsgewebe. Zusammen 45 bis 80 Euro.
  • Oberputz und Anstrich: 30 bis 60 Euro, abhängig von Körnung und Material.
  • Anschlüsse: neue Fensterbänke, verlängerte Rollladenkästen, versetzte Regenrinnen, Laibungsdämmung. Häufig 3.000 bis 8.000 Euro pro Haus.
  • Dachüberstand: Reicht er nicht über die neue Dämmebene, muss der Dachrand verlängert werden. Das kostet 4.000 bis 12.000 Euro und wird regelmäßig vergessen.

Lass dir jede Position einzeln ausweisen und frag ausdrücklich nach Dachüberstand, Sockeldämmung und Kellerabdichtung im Spritzwasserbereich.

Welchen U-Wert verlangt das GEG, und wann greift die Pflicht?

§ 48 des Gebäudeenergiegesetzes regelt, was bei der Änderung von Außenbauteilen gilt. Sanierst du eine Außenwand, musst du den Grenzwert aus Anlage 7 einhalten: höchstens 0,24 W/(m²K). Bei üblichen Dämmstoffen entspricht das rund 14 Zentimetern Stärke.

Die Pflicht entsteht nicht bei jeder Reparatur. Nach § 48 GEG gelten die Anforderungen nicht, wenn die geänderte Fläche höchstens zehn Prozent der Bauteilfläche derselben Orientierung ausmacht. Eine Rissstelle bleibt frei, die neu verputzte Westwand nicht.

Für die Kerndämmung gibt es eine eigene Regel. Wird der Hohlraum eines zweischaligen Mauerwerks vollständig mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/(mK) oder besser gefüllt, gilt die Anforderung als erfüllt. Ein rechnerischer Nachweis entfällt.

Bei Innendämmung lässt sich der Grenzwert oft nicht erreichen, weil die Dämmstärke am Raum scheitert. Dann kommt eine Befreiung nach § 102 GEG in Betracht, über die die zuständige Behörde entscheidet. Baudenkmäler und besonders erhaltenswerte Bausubstanz sind zusätzlich über § 105 GEG geschützt. Den Gesetzestext findest du bei gesetze-im-internet.de. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Welche Förderung bekommst du 2026?

Die Dämmung der Fassade zählt zu den Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Über das BAFA gibt es eine Grundförderung von 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Kommt die Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan, steigt der Satz um fünf Punkte auf 20 Prozent.

Die förderfähigen Kosten sind gedeckelt: 30.000 Euro je Wohneinheit und Jahr, mit Sanierungsfahrplan 60.000 Euro. Bei 22.000 Euro Bausumme und 20 Prozent bleiben rund 4.400 Euro Erstattung. Fachplanung und Baubegleitung werden zusätzlich mit 50 Prozent gefördert.

Drei Bedingungen entscheiden über die Auszahlung: Antrag vor der Auftragsvergabe, ein U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²K) und die Bestätigung durch einen eingetragenen Experten. Die aktuellen Vorgaben stehen bei bafa.de.

Alternativ gibt es den Steuerbonus nach § 35c EStG: 20 Prozent der Kosten über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro je Objekt. Beides zusammen geht nicht. Welcher Weg günstiger ist, ordnet der Ratgeber zur KfW- und BAFA-Förderung ein, die Kosten des Fahrplans der Beitrag zu Energieberater-Kosten.

Wann rechnet sich die Fassadendämmung?

Die Außenwand verantwortet rund 20 bis 25 Prozent der Wärmeverluste eines unsanierten Hauses. Beispiel: 25.000 Kilowattstunden Gas im Jahr, davon rund 6.200 über die Wand. Eine Dämmung senkt diesen Anteil um etwa 70 Prozent, also gut 4.400 Kilowattstunden.

Bei 12 Cent je Kilowattstunde sind das 528 Euro im Jahr. Bei 18 Cent sind es 792 Euro. Steht die Investition bei 22.000 Euro und bleiben nach Förderung 17.600 Euro, dauert die Amortisation zwischen 22 und 33 Jahren. Das ist die ehrliche Zahl für eine Dämmung, die du allein wegen der Energie beauftragst.

Der Hebel liegt woanders: Muss die Fassade ohnehin neu verputzt und gestrichen werden, kostet das für sich schon 60 bis 90 Euro pro Quadratmeter. Nur die Differenz zur Dämmung ist die echte Investition, oft 80 bis 110 Euro je Quadratmeter. Damit sinkt die Amortisation auf 12 bis 18 Jahre. Deshalb gehört die Dämmung an den Termin der ohnehin fälligen Fassadensanierung.

Zwei Effekte stehen in keiner Rechnung: Die Wandoberfläche wird wärmer, das beendet Zugerscheinungen und Schimmel an kalten Ecken. Und eine gedämmte Fassade ist Voraussetzung für eine Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur. Die Reihenfolge klärt der Beitrag Womit du bei der Sanierung startest, die Rechenlogik der Ratgeber zur Wirtschaftlichkeit der Sanierung.

Welche Risiken solltest du einplanen?

Wärmebrücken sind das häufigste Problem. Balkonplatten, Rollladenkästen und Fensterlaibungen bleiben kalt, während die Fläche ringsum warm wird. Dort schlägt sich später Feuchtigkeit nieder. Die Laibungen mitzudämmen kostet wenig.

Bei Innendämmung ist die Bauphysik anspruchsvoll. Der Taupunkt wandert in die Konstruktion, Holzbalkenköpfe in der Außenwand kühlen aus. Diese Variante gehört zum Fachplaner. Ohne Berechnung ist das Schimmelrisiko real.

Denkmalschutz und Gestaltungssatzung können eine Außendämmung ganz ausschließen. Frag vor der Planung bei der Unteren Denkmalschutzbehörde und beim Bauamt nach. Das kostet nichts und spart dir eine Fehlplanung.

Zwei praktische Punkte: Bei Polystyrol verlangt die Bauordnung ab bestimmten Höhen Brandriegel aus Mineralwolle. Und lass die fertige Fassade mit einer Wärmebildkamera prüfen, solange die Rechnung offen ist. Den Gesamtplan zeigt der Ratgeber zur energetischen Sanierung.

Wie viel Quadratmeter Fassade hat ein Einfamilienhaus?

Bei 140 Quadratmetern Wohnfläche sind es meist 150 bis 200 Quadratmeter Fassade. Miss Länge mal Höhe je Seite und zieh Fenster und Türen ab, die Laibungen werden separat berechnet.

Lohnt sich Dämmung ohne anstehende Fassadensanierung?

Selten allein über die Energieersparnis. Rechnerisch dauert die Amortisation dann 22 bis 33 Jahre. Steht ein neuer Putz ohnehin an, verkürzt sich der Zeitraum auf 12 bis 18 Jahre.

Wann muss ich nach GEG dämmen?

Sobald du mehr als zehn Prozent einer Fassadenseite erneuerst. Dann gilt der U-Wert von 0,24 W/(m²K) aus Anlage 7. Kleine Reparaturen bleiben ohne Anforderung.

Ist Kerndämmung wirklich so günstig?

Ja, weil Gerüst und Putz entfallen. Voraussetzung ist ein zweischaliges Mauerwerk mit durchgehender Luftschicht. Das prüft ein Fachbetrieb mit der Endoskopkamera vor dem Angebot.

Kann ich Zuschuss und Steuerbonus kombinieren?

Nein. Für dieselbe Maßnahme gibt es entweder den BAFA-Zuschuss oder die Steuerermäßigung nach § 35c EStG. Rechne beide Wege durch, bevor du den Antrag stellst.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Preise als Spannen, Stand 2026 · Angaben ohne Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung.

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